Subway to Sally – die Eisheilige Nacht vor ausverkauftem Haus in Würzburg
Wenn Traditionen, Feuer und die Gemeinschaft verschmelzen, dann feiert Subway to Sally ihre Eisheilige Nacht. Die Posthalle Würzburg war restlos ausverkauft und vibrierte vor Erwartung, als sich Fans aus allen Richtungen versammelten, um Teil einer ganz besonderen Tradition zu werden. Die Eisheilige Nacht ist ein jährliches Ritual, das sich ursprünglich mal nur in Potsdam veranstaltet, in weite Teile Deutschlands verbreitet hat. Und gemeinsam mit Haggefugg, Kupfergold und Schandmaul stand ein Line-up bereit, das versprach, die Halle in ein brodelndes Fest aus Mittelalter, Rock, Emotion und Zusammenhalt zu verwandeln.
Der raue Auftakt ins Mittelalter

Den Anfang machte Haggefugg. Mit wuchtigen Trommeln, markanten Dudelsäcken und dieser unverfälschten Energie, die direkt aus einer anderen Zeit zu stammen scheint, riss sie das Publikum sofort mit. Die Posthalle war von der ersten Minute an wach, klatschend, tanzend, mit offenen Mündern und leuchtenden Augen. Haggefugg weiß eben ganz genau, wie sie die Halle in einen „Hexenkessel“ bzw. in ihr „Daheim“ verwandelt. Spätestens das Lichtermeer zu „Brennende Welt“ hat auch den letzten Zuschauer überzeugt, sich diese Kapelle auf den Schirm zu schreiben.

Mit Kupfergold war es nicht anders. Im Gegenteil, die Intensität stieg direkt weiter an. Die Band schaffte es mühelos, eine Verbindung zum Publikum aufzubauen, als würde man sich schon lange kennen. Texte und Harmonien griffen ineinander, und man spürte, wie sich die Menge fallen ließ. Getragen von einer Musik, die nicht drängte, sondern einlud. Direkt mit „Fasan Alarm“ verwandelte sich die Halle in einen ganzen Fasanenstall. Kupfergold ist einfach durch und durch eine Mitmachband, die man absolut genießen muss.
Wenn die Eisheilige Nacht entfacht wird
Als Schandmaul dann die Bühne betrat, nahm der Abend eine majestätische Wendung. Mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus Folk, Rock und erzählerischer Tiefe entführte sie das Publikum in ihre eigene Welt aus Geschichten und Emotionen. Die Posthalle sang, tanzte und feierte jede einzelne Note. Schandmaul spielte mit einer Routine, die niemals routiniert wirkte, sondern lebendig, kraftvoll und voller Leidenschaft. Verschiedene Spiele, die zu den Songs eingeführt wurden, rundeten diese ganze Szenerie perfekt ab.
So gab es zum „Tatzelwurm“ die Krokodilsurfer übers Publikum, zu „Der Teufel“ eine dreistufige Freeze-Abwandlung und bei „Bunt und nicht braun“ bunte Riesenluftballons. Till hatte sich mittlerweile problemlos unter die Schandmäuler eingefügt, auch wenn sich der eine oder andere Song noch etwas anders anhört. Aber es war genau so gut, wie es war. Ihr Auftritt war ein Höhepunkt für sich und gleichzeitig die perfekte Brücke zum großen Finale. Ach, und bevor wir es vergessen, im September 2026 wartet auch hier wieder ein neues Album auf uns, auf das wir uns jetzt schon riesig freuen.

Die Meister der epischen Erzählung
Dann war es so weit, ein tanzender Phönix, eingebettet in Funkenfontänen, läutete das Finale des Abends ein. Subway to Sally betrat die Bühne und mit ihnen entlud sich all das, was sich über den Abend hinweg aufgebaut hatte. Feuer, Härte, Emotion: alles griff ineinander. Die Band zeigte eindrucksvoll, warum die Eisheilige Nacht seit Jahren ein fester Bestandteil der Szene ist. Alte Klassiker, neuere Songs, große Refrains und diese unverwechselbare Mischung aus Mittelalterklang und Rockwucht verwandelten die Posthalle in einen einzigen, pulsierenden Organismus. Feuerfontänen wurden wie Highlights in die Show eingefügt, nicht zu viel und keinesfalls zu wenig, einfach sehr gut abgestimmt. Die Fans setzten die Segel zu „Leinen los“ und von da an gab es kein Halten mehr. Das Surfen der Zuschauer begann zu „Was ihr wollt“ wie aufs Stichwort und es wurde ausgelassen gefeiert.

Die Ankündigung zur kommenden Nackt III Tour nutzte Subway to Sally dafür, ein kleines Akustikset einzubauen und überzeugte damit, dass auch die ruhigeren Klänge richtig reinhauen können. Zu „Henkersbraut“ durfte dann das Feuerspucken von Frontmann Eric Fish nicht fehlen. Das Finale wurde dann mit „Räuber und Narren“ ausgerufen, zudem natürlich Schandmaul nicht fehlen durfte. Haggefugg und Kupfergold kamen dann auch zu „Veitstanz“ nochmal mit auf die Bühne und zelebrierten das Ende des Abends. Es wurde gesungen, geschrien, gefeiert und für einen Moment schien draußen alles stillzustehen. Selbstverständlich wollten die eingefleischten Fans nicht die Halle verlassen, ohne dass „Julia und die Räuber“ erklang und so fand der Abend sein Ende mit einer letzten Runde Durchdrehen.
Die Eisheilige Nacht in Würzburg war mehr als nur ausverkauft: sie war erfüllt. Mit Haggefugg, Kupfergold, Schandmaul und Subway to Sally erlebte das Publikum einen Abend der Tradition und Gegenwart, Härte und Herz, Feuer und Gemeinschaft perfekt vereinte. Leider brachte dies auch ein Manko mit sich: das Einlass-Chaos. So viele Leute, die die erste Band des Abends komplett verpassten, da vor der Halle eine Schlange war, die um zwei Häuserecken reichte. Vielleicht kann man das beim nächsten Mal etwas besser lösen. Ansonsten war der Abend aber ein voller Erfolg und ein weiterer Beweis dafür, dass diese Nächte weit mehr sind als ein Konzert. Sie ist ein Versprechen, das jedes Jahr aufs Neue eingelöst wird.
Wir haben die Eisheilige Nacht für euch in einer Bildergalerie zusammengefasst. Checkt HIER die Galerie dafür:
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Redaktion
Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?







