Sommer am Kiez 2025: Mr. Hurley und die Pulveraffen entern Augsburg
Mittlerweile ist Sommer am Kiez in Augsburg ein echter Open Air Geheimtipp. Sechs Wochenenden lang wird am Helmut-Haller-Platz mitten in der Stadt ein Festivalfeeling heraufbeschworen, was das Zeug hält. Am Freitagabend, den 11. Juli, hieß es: Bühne frei für die Piratenbande um Mr. Hurley und die Pulveraffen aus dem karibischen Osnabrück. Zwischen Bier, Wolkenbruch und jeder Menge gute Laune wurde ein, trotz der Nässe, rundum gelungener Abend zelebriert.
Feinster finnischer Rock ‘n’ Roll zum Aufwärmen

Pünktlich um 18:30 Uhr eröffneten Steve ’n’ Seagulls den Abend. Schon nach wenigen Takten war klar, dass diese Band so richtig Laune macht. Das Banjo schmetterte, der Kontrabass dröhnte, das Akkordeon klimperte und die Stimmung war quasi sofort auf Betriebstemperatur. Egal ob Mötley Crüe, Metallica oder AC/DC, niemand war von den Neuinterpretationen und Covern von Steve ’n’ Seagulls sicher. Und genau das hat unheimlich Laune gemacht. Die Stimmung war ansteckend und gipfelte sogar in einem Moshpit, den ich auf dieser Veranstaltung bis zu dem Zeitpunkt nicht erwartet hatte. Einfach genial! Country trifft auf Rock ‘n’ Roll und reißt dabei alles mit.
Die Kaperkapitäne bringen den passenden Sturm mit
In der Pause zwischen den beiden Slots passierte das, was passieren musste. Das Wetterradar zeigte eine einzige Wolke an und genau diese nahm selbstverständlich Kurs auf die Veranstaltung. In ungefähr 15 Minuten kam herunter, was ging. Bis auf die Knochen durchnässt, sodass man die Shirts hätte auswringen können, hörte es pünktlich um 20 Uhr wieder auf. Klitschnass wie die begossenen Pudel stand die Masse vor der Bühne und Mr. Hurley und die Pulveraffen betraten endlich die Bühne. Mit Witz auf der Zunge erklärte Mr. Hurley uns, dass sie den Sturm selbstverständlich für uns mitgebracht hätten – natürlich, wäre ja sonst nicht authentisch.

Aber wer lässt sich schon von so ein bisschen Regen aus der Fassung bringen? Augsburg jedenfalls nicht. Mit Vollgas ging es die Piratenplanke entlang, vorbei an „Tortuga“ und dem „Leuchtturm“ konnte Mr. Hurley sich an eines nicht halten: seine Schnauze zu halten. Die Pulveraffen wissen, wie man so einen Abend durchfeiert – nämlich mit ordentlich Pfeffi. Damit schafft man es dann auch endlich den redseligen Kanonier zum Schweigen zu bringen. Das Publikum bekam auch zwei der neuen Songs vom kommenden Album S.O.S. zu hören und der Text saß bereits, wie soll es anders sein. Ein Pulveraffenkonzert ist auch einfach kein Pulveraffenkonzert, wenn es keine Polonaise zu „What shall we do with the drunken Sailor“ und keinen Cirle Pit um Buckteeth zu „Mitt’n rein“ gibt. Also zelebrierte Augsburg auf dem Sommer am Kiez und gab mächtig Gas!
Von der Planke ins Finale Powermeer
Wichtig ist immer, dass Mr. Hurley und die Pulveraffen ihr Publikum genaustens inspizieren. Sei es auf der Bühne, während die sich von oben aussuchen, auf welchen Matrosen sie heute trinken oder aber der Rundgang durch die Menge zu „Trink schnell aus“, bei dem Mr. Hurley armen, unschuldigen Frauen mit Hundeblick das letzte Bier (fast) austrinkt. Fan-Nähe schreibt diese Band wirklich groß. Immer wieder beeindruckend ist es allerdings, wenn sich einfach ein bis zweihundert Menschen auf den Boden setzen und zu „Hol uns der Teufel“ gemeinsam rudert, um auf See voranzukommen – alle piratifiziert! Ein starkes politisches Statement zu „Der Haifisch“, ein Medley im Pulveraffenstyle und das große Finale zu „Blau wie das Meer“. So läuft ein Konzert, wie die Dorf-, Klein- und Großstadtpiraten es lieben. Pyro, Luftschlangen und jede Menge Bier. Vielleicht sollte der eine oder andere doch nochmal überlegen zur Marine zu kommen.

Der Sommer am Kiez Abend war ein voller Erfolg. Erst sorgten die leidenschaftlichen Finnen von Steve ’n’ Seagulls für einen sensationellen Auftakt, damit dann Mr. Hurley und die Pulveraffen mit ihrer Piratenmusik den Abend das Krönchen aufsetzen konnten. Piratenhut, wir meinten selbstverständlich den Piratenhut. Wir sagen: Volle Segel voraus und blasen kräftig ins Horn und bedanken uns bei den Verantwortlichen, die dieses tolle Event auf die Beine gestellt haben. Dies war kein Konzert, sondern eine Gemeinschaftsreise auf hoher See. Die tanzenden Menschen auf dem Platz sorgten für pure Festivalatmosphäre mitten im Herzen der Stadt. Mit der Lieblingspiratenband aus dem karibischen Osnabrück macht man einfach nie etwas falsch. Ahoy!
Für alle Landratten die nicht dabei sein konnten haben wir diesen Abend in einer Bildergalerie zusammen gefasst.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Redaktion
Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?










