Ohrentod – EIN BISZCHEN ANARCHIE – VÖ 05.12.2025
Ohrentod ist zurück und hat direkt einen neuen Langspieler im Gepäck. Mitten zwischen besinnlicher Glühweinzeit kommt EIN BISZCHEN ANARCHIE auf den Markt und durchbricht die Ruhe. Am 05.12.2025 erscheint das Album der Wittenberger und somit pünktlich, um als Kohleersatz in den staubigen Chucks als Nikolausgeschenk zu stecken. Doch wie viel Ohrentod steckt nach acht Jahren seit Album eins noch in der Band?

Tracklist:
- Ein biszchen Anarchie
- AnnenMayCantona
- Random Guy
- Ich bin kein Nazi, aber…
- Verständnis heißt Verstand
- Fragensong
- Alman
- Anarchie & Alkohol
- Selbstgewähltes Leid
- Ich find dich scheiße
- Schon wieder mal
- Sonnenblumenfeld
- Bukkake für den Weltfrieden
- SchlumpiWumpi
Ehrliche Texte mit Mittelfinger gegen Nazis
Der Langspieler startet direkt mit dem Titellied der Platte. Fans der ersten Stunde finden sich direkt zurückversetzt. Die starken Gitarrenriffs, gepaart mit einem handfesten Text – genauso kennen wir Ohrentod. Sie hat in all der stillen Zeit nicht vergessen, was Punk ist. Die Wittenberger holen mit „Ein biszchen Anarchie“ den Punk zurück ins Wohnzimmer. Sie besingen Freiheit und Frieden und genieren sich nicht das Elend prägnant zusammenzufassen. Ein gewaltiger Einstieg, der Lust auf mehr macht. Im weiteren Verlauf der Platte zeigt die Band noch einmal deutlich, was sie denkt. Sie hat den perfekten Titel für jeden Menschen geschaffen, der nicht merkt, wie tief er in der braunen Suppe bereits steckt. „Ich bin kein Nazi, aber“ ist in der heutigen Zeit der musikalische Mittelfinger an jeden, der immer noch meint, er wäre nicht tief im braunen Sumpf. Auch der „Alman“ bekommt von Ohrentod direkt sein Fett weg und den Spiegel vorgehalten. Zwischen Werten von 1968 und 2025 liegen halt knapp 57 Jahre und heute ist die Welt nicht mehr das, was sie früher war. Gerade in den neuen Bundesländern trifft man auf den „Alman“. Doch genau diese Art Mensch und seine Entstellung passt nicht mehr in eine Zeit, wo die Mauer längst nicht mehr steht und die Welt kunterbunt ist.

Zwischen Punk und Erwachsensein
Ohrentod hat es früher schon geschafft, Lieder zu schreiben, die einen Funken Humor mit einer großen Portion Wahrheit in sich tragen. Der „Random Guy“ könnte so einen Stempel aufbekommen, denn hier bekommt der 08/15-Vorstadt-Mann sein Fett weg. Die Karikatur eines Mannes aus dem Mittelstand, der nicht auffällt und einfach das macht, was Mann halt tut. Neben der Parodie von Stereotypen hat Ohrentod auch so etwas Ähnliches wie Romantik im Repertoire. Das „Sonnenblumenfeld“ von einer Sommerromanze auf ganze besondere Art. Während dieser Romanze gab es sicherlich auch mal „Bukkake für den Weltfrieden“. Zum Abschluss dieser ereignisreichen Momente könnte man direkt „SchlumpiWumpi“ anmachen, denn hier kommt das Entspannungslied für alle. Es ist der perfekte Titel nach einem harten Tag und lädt dich selbst mal wieder ein, den Druck abzubauen – in jeglicher Form.
Neue Töne altes Gewand
Ohrentod zeigt klar, wo sie steht, und schafft es mit ihren Liedern ein klares Zeichen gegen Rechts zu setzen. Sie hat mit EIN BISZCHEN ANARCHIE die Gitarren erklingen lassen und spricht mit ihren Texten aus, wo die Politik drumherum schifft. Sie hatte 2017 ihr Debütalbum ZUCKERBROT & PEITSCHE veröffentlicht und in diesen acht Jahren bis zur neuen Scheibe weder Charisma noch ihre Einstellung verloren. EIN BISZCHEN ANARCHIE ist kein Rückschritt, sondern ein Schritt nach vorne und wird nicht nur alte Fans aus dem Wohnzimmer locken, sondern auch neue in ihren Bann ziehen. Sie hat 14 Lieder auf den Langspieler gebracht, die zwischen Mittelfinger und eine Prise Humor eine bunte Abwechselung bietet. Holt die Chucks heraus und frischt den Irokesen auf, Ohrentod ist zurück und hat neue Töne für die Welt.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Crew | Redaktion | Fotografin
Als Nachwende-Kind '95 geboren, bin ich im Herzen dennoch ein kleiner Ossi. Zum Deutschrock kam ich 2009 eher durch Zufall. Heute höre ich eine bunte Mischung von Punkrock bis Metalcore. Meistens trifft man mich jedoch bei den kleineren Bands. Seit 2019 schreibe ich für VRR und seit 2022 begleitet mich meine Kamera Berta. Mein Lebensmotto ist „Das Leben muss rocken!“










