Eine magische Nacht mit Franzi Kusche & Friends, Akustik-Musik und Agrippina-Bier
Es sind diese Abende, die man nicht plant und die sich genau deshalb ins Herz brennen. Am 27. Juni 2025 war es wieder so weit: lauer Sommerwind, der Duft von kaltem Bier und der Klang ehrlicher Musik erfüllten die Zur Laube in Köln. „Musik im Jaarde“ versprach einen gemütlichen Abend und wurde ein kleines Wunder. Franzi Kusche betrat die Bühne und mit ihr zwei Weggefährten, die nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich berührten: Mäthe, das Rotzstimmengoldkehlchen und der ebenso feinfühlige Joni. Im Wechselspiel aus Solos und gemeinsamen Songs wuchs auf der Bühne eine ganz eigene Magie – voller Humor, Tiefe und echtem Gefühl.
Magie eines besonderen Konzertabends

Es war kein Konzert im klassischen Sinn. Es war eine Einladung, für ein paar Stunden ganz da zu sein. Zu lauschen, zu lachen, zu fühlen. Zwischen leichten Sommerliedern und nachdenklichen Texten entstand ein feiner Draht zwischen Publikum und Künstlern – getragen von ehrlicher Spielfreude und berührender Offenheit. Die Bühne? Schlicht. Das Licht? Warm. Die Stimmung? Unvergesslich. Kein großes Tamtam, nur drei Menschen mit Geschichten, Stimmen und Herzen, die weit offenstanden.
So klang dieser Freitag aus: mit Applaus, der länger nachhallte als jeder Song. Ein Abend, der zeigte, was Musik vermag. Menschen zu verbinden, Momente zu schaffen, Erinnerungen zu weben. Echtes Glück braucht manchmal nur ein paar Akkorde und einen Himmel überm Kopf.
Von der Agentur zur eigenen Bühne

Wir haben mit den beiden Köpfen der Zur Laube gesprochen. Über ihre Leidenschaft für Musik, ihre Haltung als Veranstalter und darüber, wie aus einer gemeinsamen Idee nicht nur ein Kulturort, sondern auch ein eigenes Bier entstand: das Agrippina Hell. Eine Hommage an Kölns Geschichte mit erfrischendem Charakter. Ein Gespräch über Visionen, Werte und den Mut, einfach mal zu machen.
VRR: Wir durften ganz spontan in der Laube in Köln zu Gast sein. Erzählt uns doch, wer ihr seid und wie euer Weg Zur Laube gewesen ist?
Zur Laube: Seitdem wir unseren Weg seit 2023 gemeinsam gehen, wurden uns viele Lokalitäten angeboten, die aber nicht so richtig etwas für uns waren. Dadurch, dass Tommy im September 2024 mit seinem Karnevalsverein – der KKG Uns Mamm Agrippina von 2024 e. V. – ein Sommerfest in der Laube ausrichten wollte, ist er mit der Vorpächterin ins Gespräch gekommen. Sie sagte ihm, dass sie den Laden gerne abgeben möchte. Thomas war zuerst gar nicht angetan, war beim nächsten Gespräch mit der Vorpächterin aber Feuer und Flamme. Hier haben wir nun mit Agrippina eine Heimat gefunden.
VRR: Musik im Veedel – was steckt hinter diesem spannenden Projekt? Erzählt uns mehr über euer Konzept, die Atmosphäre vor Ort, die Besonderheiten der Location und wie viele Menschen hier Platz finden.
Zur Laube: Wir wollen jungen Künstlern aller Couleur eine Bühne bieten, die Kultur zurück ins Veedel (Viertel) holen. Egal ob Musik, Lesungen oder Partys. Kulturell sind wir für alles offen. In der Laube finden ca. 100 Leute drinnen Platz, wir hatten aber auch schon eine Veranstaltung mit etwa 150 Leuten, das war dann aber gut entzerrt, da sich viele auch draußen aufgehalten haben. 150 ist da aber auch schon das Maximum. Wir haben hier generell eine sehr familiäre Atmosphäre. Jeder soll und kann sich hier wohlfühlen. Bei uns sind die Konzerte in der Regel Hutkonzerte. Wir sind generell keine Freunde von Pay-to-Play. Talentierte Künstler sollten ungezwungen ihr Talent auf der Bühne lassen können.
Musikvielfalt mit klaren Grenzen

VRR: Als Veranstalter verfolgt ihr sicher eine bestimmte musikalische Ausrichtung. Welche Genres sprecht ihr gezielt an und wie gestaltet sich der Bewerbungsprozess für Künstlerinnen und Künstler?
Zur Laube: Tatsächlich ist hier jeder willkommen. Von Country/Western, über Schlager, bis Singer-Songwriter und Hip-Hop stand hier schon jedes Genre auf der Bühne und es war jedes Mal eine tolle, eigene Atmosphäre. Jeder kann auf uns zukommen, wenn er auf der Bühne spielen möchte. Es gibt nur eine Regel: Keine Politik, keine Religion. Ausnahmen sind der 1. FC Köln und Weihnachten. Es ist gut, eine Haltung zu haben, aber mit extremer Musik von den Rändern bekommt man bei uns niemals ein Publikum. Entsprechende Anfragen gab es aber auch zum Glück noch nicht.
VRR: Welches Event war bisher euer Highlight und welche Geschichte steckt hinter seiner Entstehung?
Zur Laube: Sicherlich war DAS Highlight die Premiere des Skateboard-Dokumentarfilms „The bare Minimum“. Der Laden war rappelvoll und die Stimmung einfach klasse. Die Jungs haben die Uraufführung selber beworben und waren wahrscheinlich auch überrascht, dass so viele Leute da waren, natürlich vor allem aus der Szene. Das war übrigens die Veranstaltung mit den ca. 150 Leuten, von denen wir eben sprachen. Wir hoffen auf weitere solcher Highlights in der Zukunft. Besonders freuen wir uns auch auf die Fußball-Übertragungen, die hier stattfinden werden, angefangen mit der Frauen-EM und ab August dann auch Bundesliga.
Eigenes Bier als Hommage an Köln

VRR: Mit einem eigenen Bier geht ihr einen besonderen Weg. Wie ist diese Idee entstanden, welchen Namen trägt es und welche Impulse oder Wirkungen erhofft ihr euch dadurch für eure Marke oder euer Publikum?
Zur Laube: Wir kommen eigentlich aus der Werbung, haben mehrere Jahre gemeinsam in einer Agentur gearbeitet. Weil sich die Agentur aber in eine Richtung entwickelt hat, die uns nicht gefiel, sind wir raus und haben dann für eine Biermarke gearbeitet, Thomas im Vertrieb, Tommy in der Grafik. Wir sind dort dann aber auch raus und dachten uns: Lass uns doch ein eigenes Bier machen.
Das haben wir dann auch gemacht und so gibt es seit letztem Jahr das Agrippina Hell. Mit dem Bier wollen wir der Mutter der Stadt Köln – Iulia Agrippina – ein Denkmal setzen. Wir wollten nicht schon wieder irgendwas mit dem Kölner Dom machen, deswegen sind wir ganz zurück zu den Wurzeln gegangen. Hauptverkaufspunkt ist natürlich die Laube. Im ersten Jahr stand unser Bier aber schon in über 15 Verkaufsstellen in Köln und Umgebung. Wir freuen uns, wenn den Leuten unser Bier schmeckt, das ist das schönste Kompliment. Generell wollen wir mit der Marke Agrippina gesund wachsen und sind, so denken wir, auf einem guten Weg.
Mehr über Franzi Kusche erfahrt ihr in unserem Interview vom 05.03.2025 – hier geht’s zum Artikel: https://vollgas-richtung-rock.de/magazin/franzi-kusche-saengerin-vocal-coach-und-musik-allrounderin









