Auf die Plätze, fertig, Hexenkessel – Haggefugg feierten 10-jähriges Jubiläum

Samstagabend im Bürgerhaus Stollwerck, Köln. Niemand geringeres als Haggefugg haben zu ihrem Geburtstag aufgerufen und es ordentlich krachen lassen. Mit dabei waren die Gäste Deus Vult und Harpyie. Und als Late Night Act durfte dann niemand geringeres als Rauhbein fehlen. Ein Geburtstag, der sich sehen lassen konnte und ein Festival, das seinem Namen alle Ehre gemacht hat. Das war der erste, berauschende Hexenkessel.

Schon beim Betreten des Saals knistert die Luft, die Leute waren dicht gedrängt, die Bierflaschen hochgereckt, das Glitzern in den Augen der Besucher ließ erahnen: hier wird es laut, es wird familiär, das gibt ein Fest. Das Hexenkessel Festival macht seinem Namen alle Ehre. Es war eine Mischung aus Club-Atmosphäre, Mittelalter-Marktseele und Rock-Herzschlag.

Köln schürt das Feuer für den Hexenkessel

Den Auftakt für den Abend brachten die Mannen von Deus Vult, einer kleinen Mittelalter-Rock-Kapelle aus der Oberpfalz. Leider war es uns aufgrund des Verkehrs in Köln nicht vergönnt, die Band zu sehen und so blieben uns nur die letzten Klänge, als wir das Stollwerck betraten. Manche Dinge sollen wohl manchmal einfach nicht sein. Allerdings haben wir uns immerhin sagen lassen, dass es wohl eine grandiose Stimmung war und die Jungs richtig Bock gemacht haben.

Willkommen in der Freakshow. Als Nächstes betraten Harpyie die Bühne und eroberten mit ihrem Folkmetal die Herzen der Zuschauer. Mit der Harpyienmaske auf der Nase, wurden direkt beim ersten Song alle eingefangen und mitgezogen. Sänger Aello trieb mit charismatischer Stimme (dann auch ohne Maske) das Publikum nach vorne, während die Mischung aus Folk-Melodien und Metal-Wucht die Menge förmlich überrollte. Zwischen Flöte, Geige und Gitarrenwänden wurde getanzt, geheadbangt und geschrien. Harpyie machten klar, dass sie gekommen sind, um abzuliefern – und Köln fraß ihnen aus der Hand. Egal ob wildes Kleidung wedeln zu „Omen“, ein gespaltenes Publikum zu „Schildmaid“, der Moshpit zu „Wenn ich tot bin“, oder zu guter Letzt, die Message zu „Löwenherz“ mit dem Schwenken der Regenbogenflagge. Das war ein Statement und ein klasse Konzert.

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Macht mal Platz für die Geburtstagskinder

Und dann kamen Haggefugg, die Headliner inklusive Jubiläumsfieber. Die Kölner Mittelalter-Rock-Macher betraten die Bühne mit einem Sack voller Energie. „Tanz und Gloria“ erhob sich, Hände klatschten, Kehlen brüllten. Die Songs aus ihrem aktuellen Album TANZ UND GLORIA mischten sich mit Klassikern wie „Seemannsgarn“, „Met, Wirt, bestellt!“ oder „Tanz mit dem Teufel“. Jede Nummer rollte wie ein Zirkus durch die Halle mit Bühnenpräsenz, Selbstironie und Party. Es war eine Zeitreise durch alle drei Alben. Und selbstverständlich durfte auch die neue Single „Hexenkessel“ nicht fehlen. Wo wäre es schöner zu hören gewesen als auf dieser Veranstaltung.

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Aber auch für ernstere Themen war an diesem Abend Platz. Das Lichter- und Händemeer zu „Brennende Welt“ war wieder einmal gigantisch und ich werde niemals müde, diese Ansage zu hören und zu feiern. Danke dafür! Dieser Auftritt war mehr als ein Konzert, es war ein Ritual der Gemeinschaft. Dieser Abend lieferte genau das, was man sich von einem Abend im Hexenkessel erwünscht: Wände wackelten, Köpfe nickten, Fäuste klatschten, Lichter glühten. Genau so war es ein würdiger Geburtstag. Selbst in den Armen liegen und Schunkeln musste sein. Einfach das volle Programm und dazu durchgängig hammergeile Stimmung.

Auf zum feierlichen Ende

Als Late Night Special brachten Rauhbein schließlich das Festival zum Finale: mit ehrlicher Rock ’n’ Roll-Attitüde, Texten aus dem Bauch und einer unverfälschten Portion Lebensfreude. Bei „Hoch die Tassen“ verwandelte sich das Stollwerck in eine einzige Mitsing-Meute, während „Wir sind eins“ noch einmal Gemeinschaft spürbar machte. Das war der perfekte Abschluss – herzhaft, bodenständig und mit einem Lächeln im Gesicht. Unsere Highlights dieses Auftrittes waren jedoch eher, dass das Publikum einfach die Bassline zu „Letzte Bastion“ gesungen hatte oder natürlich die Polonaise zu „Zieh mit den Wolken“. Der Fakt, dass dies alles wieder im großen Finale zu „Auf die Freundschaft“ und „Fass voller Whisky“ geendet ist, hat nur widergespiegelt, wie großartig dieser Abend war.

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Ein Hexenkessel in jeder Hinsicht

Das Hexenkessel Festival 2025 hat gezeigt, dass es nicht die Größe braucht, um unvergesslich zu sein. Vier Bands, vier unterschiedliche Stimmungen, all das vereint in einem unvergesslichen Abend. Deus Vult lieferten den flammenden Auftakt, Harpyie zogen in die Freakshow, Haggefugg setzten die lokale Partykrone auf und Rauhbein ließ den Kessel in Jubel auflösen. Die Stimmung war durchweg hoch. Moment für Moment, Stimme für Stimme – ein Abend, der nach Wiederholung schreit. Am Ende standen verschwitzte Shirts, heisere Kehlen und ein Versprechen im Raum. Wer einmal im Hexenkessel war, kommt wieder. Temperaturen wie in einem Hexenkessel sind dabei einfach zu ignorieren.

Leider hatten wir, aus dem Süden der Republik, es null auf dem Schirm, wie schlimm uns das Verkehrschaos in Köln wirklich treffen würde. Demo hier, Kölner Lichter dort, Straßensperrungen überall. Schade, dass man aufgrund dessen ganze zwei Stunden damit zubringt, einen Parkplatz zu finden, um den Abend zu genießen. Dafür konnten natürlich weder die Bands noch die Veranstalter etwas. Das war einfach Pech für uns. Der Hexenkessel war trotzdem schön.

Wir haben trotz aller Verkehrsprobleme es geschafft, den Abend für euch in einer Bildergalerie einzufangen:

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Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Redaktion

Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?