Von der Violine zum Deutschrock: Stachel, der neue Gitarrist der Band D!rekt im Interview

Foto: Eni Engel

Musik war für ihn nie nur ein Hobby, sondern von Anfang an ein Teil seines Lebens. Seine Reise begann klassisch mit Violine und Klavier, bevor ihn in der Jugend die Energie der Gitarre packte – erst akustisch, dann in Schulbands. Nach der Schulzeit folgte ein neuer Lebensabschnitt beim Bund, wo er erstmals in einer Deutschrock-Band spielte und Onkelz-Cover die Setlists bestimmten. Dann kam das echte Leben: früh Vater geworden, Verantwortung übernommen, die Musik zeitweise leiser gedreht aber nie ganz losgelassen. Jams mit Freunden, Cover-Sessions und musikalische Ausflüge quer durch Rock, Punk und Deutschrock hielten das Feuer am Brennen. Seine Wurzeln liegen hörbar bei Bands wie Guns N’ Roses, AC/DC, Iron Maiden und Judas Priest, aber auch Bon Jovi, die Onkelz und Die Ärzte haben Spuren hinterlassen. Heute steht er bei D!rekt an der Gitarre, mit großem Rock ’n’ Roll-Herz und jeder Menge Lebenserfahrung in den Fingern.

Vom klassischen Fundament zur E-Gitarre

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Foto: Eni Engel

VRR: Du hast musikalisch klassisch angefangen und bist dann in die Rockwelt abgebogen, merkst du heute noch, dass Violine und Klavier dein Gitarrenspiel beeinflussen?

Stachel: Definitiv. Harmonielehre, welche Melodie zu welcher passt, Tonart und Gegenart, etc. kommen vom orchestralen Einfluss und prägen auch Strukturen in meinem Gitarrenspiel.

VRR: Dein Weg zur Gitarre hatte viel mit Jugend, Rebellion und Coolness zu tun, was hat dich damals an der Gitarre so gepackt, was andere Instrumente nicht hatten?

Stachel: Der harte, schreddige, außergewöhnliche Sound, gerade bei der elektrischen Gitarre, hat mich immer wieder fasziniert und abgeholt.

VRR: Mit deiner Zeit beim Bund kam die erste richtige Band-Erfahrung im Deutschrock, war das der Moment, in dem Musik für dich mehr wurde als nur ein Hobby?

Stachel: Nicht unbedingt, aber auch. Es lief viel Onkelz, aber auch Hosen oder Ärzte. Mehr als ein Hobby war es zu dem Zeitpunkt noch nicht, zu wenig Zeit für die Musik in diesem Lebensabschnitt.

Wenn Leidenschaft bleibt: Musik zwischen Leben, Verantwortung und Rock ’n’ Roll

VRR: Du hattest Phasen im Leben, in denen Musik hinter Familie und Alltag zurückstehen musste, hat dich diese Pause musikalisch verändert oder sogar stärker zurückgebracht?

Stachel: Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Aber Musik hat mich immer im Leben begleitet. Immer wieder auch mit Gitarre in einer Band oder einfach mit Freunden irgendwo ein bisschen jammen. Für eine feste Konstellation blieb als Elternteil und durch die Arbeit leider oft zu wenig Zeit.

VRR: Deine Einflüsse reichen von Classic Rock und Metal bis Punk und Deutschrock, was davon hört man am deutlichsten in deinem Spiel bei D!rekt?

Stachel: Meine Art zu spielen würde ich als rockig-punkig beschreiben. Das sind meine Wurzeln und musikalisch für mich auch genau so zu interpretieren.

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Foto: Eni Engel

VRR: Der Weg von deinen musikalischen Wurzeln bis zu D!rekt war ja kein gerader Karriereplan, wie genau kam es eigentlich zum Wechsel in die Band und warum hat es sich für dich sofort richtig angefühlt?

Stachel: Mit der Auflösung der Vorband und dem nahenden Abgang von Simon kam es zum persönlichen Kontakt mit D!rekt und der Idee, dass ich eventuell Rhythmus- oder Solo-Gitarre bei ihnen spielen könnte. Ich hatte immer mal wieder losen Kontakt zu einzelnen Bandmitgliedern. Sie wussten, wie sehr ich ihre Musik mag und mich darin wiederfinde.

VRR: Jetzt stehst du als Gitarrist bei D!rekt auf der Bühne, was willst du der Band musikalisch und persönlich mitgeben?

Stachel: Ich wünsche mir produktive Proben, eingespielte rhythmische Klasse, einen Hauch vom Stachel der letzten 30 Jahre und dass das gemeinsame Musikmachen viel mehr Spaß macht als allein. Rock on.

Von der klassischen Ausbildung über jugendliche Rebellion bis hin zur gelebten Leidenschaft auf der Bühne. Jede Erfahrung, jeder Umweg und jede Pause haben sein Spiel nicht gebremst, sondern geprägt. Heute verbindet Stachel Technik, Gefühl und Lebenserfahrung zu einem Sound. Genau das macht ihn zu dem Musiker, der er heute ist.

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Crew | Redaktion

Schon als kleiner Stöpsel bin ich mit deutscher Rockmusik groß geworden. Die Böhsen Onkelz waren selbst in der fünften Klasse schon Pflichtprogramm. Eine kurze Abschweifung in ein anderes Genre hat mich trotzdem wieder sehr schnell auf die richtige Bahn gebracht.

Kurze Zeit später fanden auch Musikrichtungen wie Punkrock, Metal oder Alternativrock ihren Weg zu mir. Ich bin offen für Neues aber meiner Linie werde ich auf ewig treu bleiben.