Mit Metal klingt alles besser – Teil 1
Pop liefert den Zuckerguss, Metal bringt den Presslufthammer. Während sich Chart Hits geschniegelt durch Radioplaylisten schleichen, warten irgendwo Gitarrenverstärker darauf, ihnen endlich Rückgrat einzubauen. Wir haben das Ganze in drei Runden zerlegt: drei Kapitel, fünf Abrisskommandos pro Abschnitt. Keine lauwarmen Neuauflagen, sondern echte Metal-Mutationen. Also Nacken lockern, Lautstärke hochdrehen und hinein ins Stahlbad.
Any Given Day – Diamonds
(Original: Rihanna, 2012)
2013 schleift Any Given Day den Pop-Hit mit einer Politur à la Double Bass. Die zerbrechliche Eleganz wird durch fette Riffs gestützt, wie ein Wolkenkratzer aus Stahl. Der Refrain strahlt nun noch heller, weil er jetzt härter ist. Aus einer Radioperle wird ein Moshpit Diamant – Funkeln mit Faust.
Hämatom – Kids
(Original: Marteria, 2013)
Hämatom hat 2014 den Sommerhit nahezu in eine Festivalhymne verwandelt. Wo Marteria lässig floss, stampfen jetzt Gitarren wie eine wütende Demo durch Beton. Der Refrain wurde zur Kampfansage und gleichzeitig zu einer Festivallaune mit Sonnenbrille. Mehr Druck, mehr Dreck und mehr Trotz. „Kids“ klingt jetzt wie eine Generation mit erhobener Faust.
DragonForce – My Heart Will Go On
(Original: Céline Dion, 1997)
DragonForce hat der Titanic 2019 einen Raketenantrieb verpasst. Das ikonische Flötenmotiv wird zur Startbahn für Speed-Riffs im Überschalltempo. Kitsch? Wurde weggeblasen vom Solo Orkan. Der Refrain hebt ab, wie ein Drache im Sturm. Das Herz schlägt weiter, aber mit einem deutlich schnelleren Rhythmus.
Children of Bodom – Oops!… I Did It Again
(Original: Britney Spears, 2000)
2005 machte Children of Bodom aus dem Teenie-Pop ein Gitarreninferno. Alexi Laiho zerlegt die allgegenwärtige Hook mit Soli, die schneller sind als jede Boyband Choreografie. Das Augenzwinkern bleibt, aber jetzt mit blutigen Fingern an den Saiten. Das Keyboard trifft auf eine Kreissäge. Oops, I did it again…
I Prevail – Blank Space
(Original: Taylor Swift, 2014)
I Prevail hat noch 2014 gezeigt, wie man einen Chartbreaker auf links drehen kann. Erst Flüstern im Intro, dann ein Dropkick-Breakdown direkt in die Magengrube. Clearvocals treffen auf Shouts wie Zuckerguss auf Stacheldraht. Der Refrain bleibt eingängig, nur jetzt mit der Garantie für eine Nackenstarre.
Mainstream, aber jetzt in gut. Mit Metal klingt eben doch alles besser, oder? Freut euch auf zwei weitere Teile, die euch später wieder die Haare fliegen lassen. So bekommt man garantiert einen freien Kopf.
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Mein musikalischer Weg hat viele Abzweigungen. Von Mittelalter über diverse Subgenres des Metals, bis hin über die Tiefen des Rocks. Geprägt von den Onkelz, In Extremo und Rammstein führt heute kein Weg mehr an In Flames, Parkway Drive und Machine Head vorbei.






