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Ehrlich & Laut abgesagt, weil die Musik nicht laut genug war

Vorsicht Satire

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Die erschütternde Nachricht kam im Februar letzten Jahres – das Ehrlich & Laut Festival findet nicht statt! Mit einer Crowdfunding-Kampagne hatten die Veranstalter das seit 2007 jährlich stattfindende Rockfestival versucht zu retten. Offiziellen Angaben zufolge fuhr das E&L Festival die letzten drei Jahre hohe Defizite ein. Wir haben die Ursache dafür unter die Lupe genommen und Besucher und Anwohner befragt.

Inge G. (42) aus Romrod*: „Ich war seit 2008 jedes Jahr vor Ort. In Alsfeld ist generell tote Hose, seitdem immer mehr Kneipen schließen. Da war das Ehrlich & Laut Festival eine gelungene Abwechslung. Ich kann über Vieles hinwegsehen, überfüllte Dixies, wenig Sitzgelegenheiten und dass man kulinarisch nicht wirklich abgeholt wurde, aber eine Sache geht gar nicht. Die Musik war so leise, da ruppt Harry im Zumba-Kurs ja mehr die Anlage auf.“

Dennis P. (26) aus Fulda*: „Wenn die sich schon Ehrlich & LAUT auf die Fahne schreiben, will ich auch ordentlich Geschepper hören. Sonst kommt doch keine Stimmung in den Puff hier!“

Hilde F. (72) aus Alsfeld*: „Ich wohne direkt auf dem Marktplatz in Alsfeld. Wenn Kirmes in Eudorf ist, mache ich immer mein Fenster auf und höre die Musik bis ins Wohnzimmer. Wenn Ehrlich & Laut war, habe ich das nur an den eigenartig gekleideten Leuten bemerkt, die auf dem Weg ins Schwimmbad waren. Gehört habe ich von der Musik gar nichts!“

Nelly W. (23) aus Marburg*: „Das Line-Up war immer der Wahnsinn. Unantastbar, KrawallBrüder, Wilde Jungs, Hämatom, Saltatio Mortis, Eskimo Callboy… Da war für jeden was dabei, aber was hilft es, wenn man sie nicht richtig hört?“

Wir können nur vermuten, dass der Rückgang der Verkaufszahlen der zu leisen Musik geschuldet ist. Nachdem das Ehrlich & Laut Festival jedes Jahr aufs Neue ein herausragendes Line-Up zu bieten hatte, liegt dieser Verdacht nahe. Mit einer günstigen Verkehrsanbindung direkt an der Autobahn, hätte der Zulauf gewaltig sein müssen. An aktiven Marketingmaßnahmen oder Innovationen kann es sicher nicht gelegen haben – es gab keine.

*Name, Alter und Wohnort von der Redaktion geändert

Lisa Berg
Lisa Berg
Über mich: Ich, 25 Jahre alt, habe Punk-, Deutschrock und Metal quasi mit der Muttermilch aufgenommen. Frühzeitig von meinen Schwestern mit "Die Toten Hosen" beschallt, hat mich das Fieber endgültig auf meinem ersten "Die Ärzte" Konzert 2007 erwischt. Heute stolpert man mir regelmäßig auf diversen Konzerten und Festivals über die Füße. Im Gegensatz dazu verdiene ich ganz seriös meine Brötchen als Grafikerin für den Printbereich. Mein Motto? "Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik"
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