UNIVERSUM25 – DIE MASCHINEN WOLLEN LEBEN – VÖ 20.02.2026

Was passiert eigentlich, wenn Maschinen anfangen zu fühlen? Wenn Algorithmen plötzlich Bewusstsein entwickeln und die Menschheit nur noch als störende Fehlfunktion wahrnehmen? UNIVERSUM25 nimmt uns mit ihrem zweiten Studioalbum DIE MASCHINEN WOLLEN LEBEN mit auf diese düstere Reise und liefert dabei einen Soundtrack, der gleichermaßen elektrisiert, beunruhigt und fasziniert.

Bereits ihr selbstbetiteltes Debütalbum aus 2023 schlug in der Szene ordentlich Wellen. Kein Wunder, schließlich treffen hier Musiker aus den Bands In Extremo, Eisbrecher, Slime, Dritte Wahl und Fiddler’s Green aufeinander. Eine Konstellation, die schon auf dem Papier explosiv klingt und musikalisch genau das liefert. Mit dem neuen Werk knüpft UNIVERSUM25 nahtlos an den Vorgänger an, wirkt dabei aber noch konsequenter, noch düsterer und stellenweise erschreckend visionär.

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Foto: Monroe

 

Tracklist:

  1. Wenn Roboter träumen
  2. Gardinen zu
  3. Die Maschinen wollen leben
  4. Die Einsamkeit
  5. Zu deiner eigenen Sicherheit
  6. Ich denke also bin ich
  7. Ich geb dir mehr (Milgram Experiment)
  8. Zeitmaschine
  9. Der Anfang vom Ende
  10. Uhrwerk

Willkommen in der Zukunft – oder eher im Albtraum?

Der Opener „Wenn Roboter träumen“ zieht einen sofort mitten hinein in das dystopische Universum der Band. Ebenso wie der Track „Die Einsamkeit“, der einem gnadenlos eine Gänsepelle über den Körper schickt. Beide Singles sprechen absolut für sich. Druckvolle Gitarren treffen auf elektronische Elemente, während Michael Rhein mit seiner markanten Reibeisenstimme Geschichten erzählt, die sich irgendwo zwischen Science-Fiction und beängstigender Realität bewegen.

Mit „Gardinen zu“, die nun zuletzt veröffentlichte Singleauskopplung, schlägt UNIVERSUM25 dann eine deutlich zynischere Richtung ein. Dieses Lied walzt mit einem massiven Riff nach vorne und hält der Gesellschaft gnadenlos den Spiegel vor. Hier trifft bissige Kritik auf treibenden Rock, der sich sofort im Kopf festsetzt, ob man das will oder nicht. Der Titeltrack „Die Maschinen wollen leben“ wirkt dann fast schon filmisch. Gezeichnet wird hier das Bild einer Welt, in der Maschinen ihre Schöpfer längst überlebt haben und nun selbst nach Existenz und Sinn suchen. Atmosphärisch gehört der Song definitiv zu den stärksten Momenten der Platte und zeigt, wie geschickt die Band Härte mit Tiefe verbindet.

Kontrollverlust, Manipulation und Zeitreisen

Cogito ergo sum – „Ich denke, also bin ich“! UNIVERSUM25 startet hier ein spannendes Gedankenspiel rund um künstliche Intelligenz und Existenzfragen. Ähnlich, wie schon der Vorgängersong „Zu deiner eigenen Sicherheit“, der sich ziemlich kritisch durch die Punklandschaft bewegt, marschiert dieser Track musikalisch zwischen düsteren Soundlandschaften und treibenden Rockelementen und bleibt vor allem textlich lange im Kopf hängen.

Auch die Songs „Ich geb dir mehr (Milgram Experiment)“, „Zeitmaschine“ und „Der Anfang vom Ende“ greifen wieder tief in die gesellschaftskritische Trickkiste der Band. Manipulation, Zeitreisen und die unausgesprochene Frage, ob Fortschritt wirklich automatisch Verbesserung bedeutet. Musikalische Bretter die zum Nachdenken anregen: „Die Zeitmaschine, die letzte Möglichkeit. Unsere Zukunft liegt in der Vergangenheit.“ Saustarke Botschaften, eingehüllt in musikalische dunkle Mäntel. Der eine oder andere Song, der auch schwer zu schlucken ist, aber absolut tauglich für genau diese Band.

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Fazit: Ein Sound, der viele Welten verbindet

Was UNIVERSUM25 erneut gelingt, ist zunächst die perfekte Balance aus den musikalischen Wurzeln der einzelnen Bandmitglieder. Punk trifft auf Neue Deutsche Härte, Industrial-Einflüsse verschmelzen mit modernen Elementen und ergeben einen Sound, der gleichzeitig vertraut und doch eigenständig wirkt. Manchmal war ich regelrecht mind blown. Stellt euch einfach vor, In Extremo covert einen Song von Dritte Wahl und die Soli werden von Eisbrecher gespielt. Exakt so habe ich mich gefühlt – BOOOM!

Mit DIE MASCHINEN WOLLEN LEBEN legt UNIVERSUM25 ein starkes, vielschichtiges Zweitwerk vor, das sowohl musikalisch als auch inhaltlich überzeugt. Das Album bewegt sich souverän zwischen brachialer Energie, atmosphärischer Tiefe und gesellschaftskritischer Schärfe. Es ist ein absolutes Konzeptalbum, mit dem ich so in dieser Form tatsächlich überhaupt nicht gerechnet habe. Letzten Endes hat mir dann aber etwas die Abwechslung gefehlt. Mal etwas anderes hören, versteht ihr? Der rote Faden zieht sich praktisch konstant durch und genau das war es, was mich kurioserweise dazu gebracht hat zu denken „Das kann es doch noch nicht gewesen sein, da muss doch noch mehr kommen?!“

Die Band erschafft hier ein zusammenhängendes dystopisches Gesamtbild, das sich wie ein düsterer Film vor dem inneren Auge abspielt. UNIVERSUM25 zeigt eindrucksvoll, dass dieses Projekt weit mehr ist als eine musikalische Spielwiese erfahrener Szenegrößen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen für dieses tolle Schätzchen.

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Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Redaktion

Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?