Lauter, dreckiger, kompromissloser Rock ‘n’ Roll: Das war Airbourne in der Tonhalle München

Wenn Boxen zum Bühnenbild werden und Lautstärke zum Lebensgefühl, dann gehört Airbourne wohl die Bühne. Manchmal braucht es keine aufwendigen LED-Wände, keine Pyro -Show und keine theatrale Inszenierung, um ein Konzert unvergesslich zu machen. Manchmal reicht eine Wand aus Verstärkern, ein paar Instrumente und eine Band, die Rock ‘n’ Roll nicht nur spielt, sondern lebt. Genau dieses Gefühl lag über der ausverkauften Tonhalle München, als klar war, dass Asomvel und Airbourne später keine Gefangenen machen würden. Es war laut, roh, ehrlich und genau so, wie man es sich von diesem Konzert erhoffte. Willkommen zu GUTSY!

Dreckiger Hard Rock als perfekter Zündfunke

Den Auftakt des Abends übernahm Asomvel, die mit ihrem klassischen Hard Rock und Heavy Metal Sound sofort die richtige Richtung vorgab. Ihre Songs klangen wie eine Zeitreise durch die Hochphase des dreckigen Rock ‘n’ Roll: kernig, kompromisslos und mit genau der richtigen Portion Nostalgie. Und eventuell hat man auch gemerkt, wer da zu Lebzeiten das musikalische Vorbild war. Frontmann Ralph Robinson wäre auch prima als Lemmys Sohn durchgegangen.

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Asomvel spielte druckvoll und selbstbewusst und ließ keinen Zweifel daran, dass sie nicht nur als Vorband angereist war, sondern die Bühne ernsthaft erobern wollte. Mit kraftvollen Riffs, treibenden Rhythmen und einer authentischen Bühnenpräsenz schaffte sie es mühelos, die Tonhalle aufzuwärmen und das Publikum in Bewegung zu bringen. Nach nur wenigen Songs war klar, dass der Abend Fahrt aufgenommen hatte. „Louder & Louder“ war da nicht nur ein Songtitel, sondern auch das Motto des Abends.

Rock ‘n’ Roll ohne Sicherheitsnetz

Als Airbourne schließlich die Bühne betrat, verwandelte sich die ohnehin aufgeheizte Tonhalle endgültig in einen Kessel aus Lautstärke, Energie und purem Wahnsinn. Das minimalistische Bühnenbild (eine massive Wand aus Verstärkern) unterstrich perfekt die Philosophie der Band. Hier geht es nicht um Showeffekte, sondern um Musik mit maximaler Wucht. Vom ersten Song an feuerte Airbourne ihr Publikum mit einer Intensität an, die kaum Raum zum Durchatmen ließ. „Gutsy“ war Programm, sowohl als Opener als auch als Tour Titel. Gitarrenriffs donnerten durch die Halle, das Schlagzeug trieb unnachgiebig nach vorne und die Stimme von Frontmann Joel O’Keeffe schnitt messerscharf durch den Soundteppich. Die Band wirkte dabei so ungezähmt wie eh und je. Spielfreudig, schweißtreibend und voller Leidenschaft – wie ein Duracell Hase auf Speed.

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Ein Abend, der den Geist des Rock ‘n’ Roll hochleben ließ

Die Crowd ließ sich nicht lange bitten. Es wurde gesprungen, mitgegrölt und gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Genau dieses Zusammenspiel aus Band und Publikum machte den Abend zu einem echten Erlebnis. Zu „Raise the Flag“ durchs Publikum getragen werden und die Bierdose am Kopf zerschellen lassen? Eine improvisierte Bar auf der Bühne und die Bierbecher zu „Live it up“ ins Publikum werfen und daraus einen besonderen Show Act machen? Airbourne bewies erneut, dass sie zu den wenigen Bands gehört, die Rock ‘n’ Roll nicht modernisieren will, sondern ihn in seiner ursprünglichsten Form zelebriert.

Mit Asomvel als kraftvollem Opener und Airbourne als kompromisslosem Hauptact wurde die Tonhalle München zu einem Ort, an dem Lautstärke, Energie und pure Spielfreude regierten. Das reduzierte Bühnenbild, die brachiale Soundgewalt und die ungebremste Leidenschaft der Bands machten das Konzert zu einem Erlebnis, das sich anfühlte wie eine Hommage an den klassischen Hard Rock. Freut euch auf eine Tour durch ganz Europa und zerlegt mit den charismatischen Australiern die Hallen dieser Welt. Es sei euch gegönnt. Uns war es jedenfalls ein innerliches Blumenpflücken. Einen gutgemeinten, gesundheitlichen Tipp haben wir aber noch für euch: Vergesst euren Gehörschutz besser nicht.

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Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Redaktion

Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?