Wenn Nostalgie zur Eskalation wird: das war Kontrollverlust in Nürnberg
An einem Dienstag genossen wir einen Abend, der irgendwo zwischen Kindheitserinnerungen und Ekstase pendelte. Menschen aller Altersklassen, ein gemeinsames Grinsen im Gesicht – Kontrollverlust hatte in Nürnberg eingeladen und jeder wusste, dass dies kein normales Punkrock-Konzert werden sollte, sondern pure Nostalgie. Die Wir werden bei dir sein-Tour 2026 war in dieser Woche auf ihrer Zielgeraden und dort musste natürlich nochmal ordentlich Gas für den Endspurt gegeben werden. Nürnberg ließ sich das nicht zweimal sagen, diesen Gefallen zu erwidern.
Ehrlich, laut und mit spürbarer Nähe: Jen Kova

Den Auftakt machte Jen Kova, die sich mit ordentlich Energie und spürbarer Leidenschaft in die Aufmerksamkeit des Publikums spielte. Ihre Songs wirkten persönlich und gleichzeitig kraftvoll. Kein großes Theater, sondern direkte Ansprache, klare Emotionen und eine Bühnenpräsenz, die Nähe schuf. Die Bambergerin mit den bulgarischen Wurzeln forderte die Menge zum Mitmachen auf und diese reagierte offen, aufmerksam und zunehmend laut. Ein Support, der den Raum vorbereitete, statt ihn nur zu füllen.
Mitsingen ausdrücklich erwünscht
Als Kontrollverlust schließlich die Bühne betrat, gab es kein Halten mehr. Als auch der Sänger nach kurzen Umwegen über die Bar sich endlich oben einfand, wirkte das extrem sympathisch. Vom ersten Song an verwandelte sich der Saal in einen einzigen Chor. Anime-Openings, Serien-Themes, Pop-Hits – alles wurde durch den Kontrollverlust-Filter gejagt und kam als druckvolle Punkrock-Hymne zurück. Die Band verstand es perfekt, das Publikum mitzunehmen, anzustacheln und einzubinden. Es wurde gesprungen, geschrien, gelacht und vor allem lautstark mitgesungen. Diese Mischung aus Nostalgie und Energie traf mitten ins Herz und sorgte für eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Klassenfahrt und Festivalabriss lag.

Die tollsten Situationen sind die Ungeplanten und so kam es, dass zum Games Medley ein Fan im Super Mario Kostüm auf die Bühne kam und den Song endgültig zum Leben erweckte. Die Publikumsakrobatik kam an diesem Abend aber auch generell nicht zu kurz. Zur „Gummibärenbande“ gab es einen mega coolen Circle Pit und zu „Käpt´n Balu“ sogar eine Wall of Love. Nürnberg ist natürlich voller Liebe, was denkt ihr denn?! Aber auch musikalisch überzeugte die Menge auf ganzer Linie, nämlich bei der, durch die Band gesponsterte, Kazoo-Mitpfeif-Aktion. Es war einfach von Anfang bis Ende ein durchgängiger Mega-Klasse-Abend.

Was an so einem Abend auch nicht fehlen durfte, war ein Lichtermeer, welches es zu „Flieg durch die Zeit“ gab. Zur Zugabe kam zum Schrecken einiger eine Runde „Durch den Monsun“ auf die Ohren. Wiedergutgemacht hat Kontrollverlust das ganze aber wieder, als Sänger Marvin zum großen Finale zu „Leb deinen Traum“ einfach mal die zweite Strophe in Japanisch heruntergerockt hat – Respekt.
Ein Abend, der genau hielt, was sein Name versprach
Was diesen Abend besonders machte, war die Leichtigkeit, mit der Kontrollverlust Grenzen sprengte. Hier ging es nicht um perfekte Nostalgie, sondern um gemeinsames Erleben. Jeder Song wurde zum verbindenden Element, jede Zeile zum kollektiven Erinnerungsmoment. Ein Katapult um circa 30 Jahre zurück in die Vergangenheit. Die Band spielte mit sichtbarer Freude und echtem Kontakt zum Publikum.
Mit Jen Kova als Support und Kontrollverlust als energiegeladenem Mittelpunkt wurde der Abend im Z-Bau zu einer einzigen, lauten Umarmung. Es war chaotisch, emotional, schweißtreibend und genau deshalb auch so gut. Ein Konzert, das zeigte, wie kraftvoll Musik sein kann, wenn sie Erinnerungen weckt und Menschen zusammenbringt. Kontrollverlust? Absolut gewollt. Danke für diesen Abend.
Und wir haben deswegen uns viel Mühe gegeben, die Emotionen in einer Bildergalerie zusammen zu fassen. HIER entlang kommt ihr dort hin:
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Redaktion
Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?











