Nachhaltigkeit auf Festivals – Vollgas feiern, aber auch Verantwortung übernehmen?
Festivals stehen für Freiheit, laute Musik, lange Nächte und Ausnahmezustand. Für ein paar Tage ist alles egal, Hauptsache Spaß. Gleichzeitig hinterlassen genau diese Tage aber auch ihre Spuren: riesige Müllberge, zurückgelassene Zelte, Einwegbecher überall, brummende Generatoren und lange Anfahrtswege. Kein Wunder also, dass das Thema Nachhaltigkeit inzwischen auch auf Festivals angekommen ist. Mal ernst gemeint, mal eher halbherzig.
Aber wie viel bringt nachhaltiges Feiern wirklich? Und wo hört es auf? In den letzten Jahren haben viele Veranstalter angefangen umzudenken. Mülltrennung gehört auf vielen Festivalgeländen mittlerweile einfach dazu. Statt Einwegbechern gibt es oft Mehrweg mit Pfand, damit nicht alles auf dem Boden landet. Trinkwasserstellen werden ebenfalls häufiger angeboten, damit nicht jeder ständig neue Plastikflaschen kaufen muss. Auch beim Essen hat sich einiges getan. Mehr vegetarische und vegane Angebote, regionale Stände und weniger Wegwerfverpackungen sind auf vielen Festivals inzwischen normal. Dazu kommt der Versuch, Strom sparsamer zu nutzen. Sei es durch effizientere Technik, Ökostrom oder sogar Solaranlagen. Das zeigt: Nachhaltigkeit ist auch in der Rock- und Metal-Szene längst kein Fremdwort mehr.
Fans sind Teil des Problems und der Lösung
So gut viele Konzepte auch sind, ohne die Fans funktioniert das Ganze nicht. Wer nach dem Festival sein Zelt einfach stehen oder Müll liegen lässt, macht viele Bemühungen zunichte. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Besucher, die zeigen, dass es anders geht. Wiederverwendbares Campingzeug, Müll sammeln, Becherpfand spenden oder gemeinsam anreisen. All das hilft. Nachhaltigkeit auf Festivals ist also keine Einbahnstraße. Die Veranstalter können den Rahmen vorgeben, umgesetzt wird er aber direkt auf dem Gelände.
Pro Nachhaltigkeit auf Festivals:
- Weniger Müll und sauberere Flächen
- Schonender Umgang mit Ressourcen durch Mehrweg und Pfand
- Gutes Zeichen für Umwelt und kommende Generationen
- Angenehmeres Festivalgefühl ohne Chaos und Dreck
- Auf lange Sicht oft sogar günstiger für Veranstalter
Contra Nachhaltigkeit auf Festivals:
- Höhere Kosten für Veranstalter und teilweise auch für Besucher
- Mehr Regeln können sich nach weniger Freiheit anfühlen
- Größerer Aufwand für Crew und Helfer
- Manches wirkt eher nach Marketing als nach echter Veränderung
- Nicht alles lässt sich bei großen Open-Air-Festivals umsetzen
Man muss ehrlich sein: Ein Festival wird nie komplett nachhaltig sein. Tausende Menschen reisen an, Technik läuft rund um die Uhr, Bands und Crews sind ständig unterwegs. Wer glaubt, dass sich das alles völlig klimaneutral umsetzen lässt, macht sich etwas vor. Trotzdem zählt jeder kleine Schritt. Nachhaltigkeit heißt nicht perfekt zu sein, sondern bewusster zu handeln. Es geht darum, Müll zu vermeiden, Ressourcen sinnvoller zu nutzen und Verantwortung zu übernehmen, ohne dabei den Festival-Spirit kaputtzumachen. Niemand will leise, langweilige oder eingeschränkte Festivals. Es geht nicht um Verzicht, sondern darum, das Ganze fit für die Zukunft zu machen. Viele Maßnahmen fallen kaum auf, haben aber trotzdem Wirkung.
Fazit:
Nachhaltigkeit auf Festivals ist kein kurzlebiger Trend, sondern notwendig, auch wenn sie ihre Grenzen hat. Sie bringt viele Vorteile, kostet aber auch Zeit, Geld und manchmal Nerven. Am Ende funktioniert es nur, wenn Veranstalter und Fans gemeinsam an einem Strang ziehen.
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