Nachgefragt: Die Top- und Flop-Alben 2025 der VRR Crewmitglieder
Willkommen beim großen Vollgas Richtung Rock Jahresrückblick. 2025 war ein Jahr, das in unseren Ohren noch lange nachhallen wird: laut, ehrlich und voller Gegensätze. Zwischen großartigen Überraschungen, mutigen Stilbrüchen und so mancher musikalischer Bruchlandung haben wir uns wieder quer durch die Szene gehört. Wir haben gelacht, diskutiert, gefeiert und manchmal auch geflucht. Denn genau das lieben wir: echte Emotionen, klare Meinungen und die pure Leidenschaft für Rock, Metal und alles, was dazwischen liegt.
Hier präsentieren wir euch unsere ganz persönlichen Top- und Flop-Alben des Jahres 2025. Keine Charts, kein Marketing, nur ehrliche Eindrücke direkt aus unseren Herzen (und Gehörgängen). Und während wir unsere Favoriten noch einmal feiern oder verfluchen, steht schon das nächste Jahr in den Startlöchern. Und auch hier geben wir euch einen ehrlichen Einblick, worauf wir uns im nächsten Jahr am meisten freuen oder worauf wir warten.
Zwischen Goldmomenten und Fehlzündungen
Wir haben allen die gleichen Fragen gestellt: Welches Album war für dich das Beste 2025 und welches war deine größte Enttäuschung? Und wenn man gerade so schön darüber nachdenkt: Worauf freust du dich 2026 am meisten? Sechs Leute von uns haben bereitwillig ausgepackt und ganz ehrlich ihre Meinung dazu offengelegt. Die einen etwas ausführlicher, die anderen ganz kurz und schmerzlos. Aber alle authentisch und ehrlich bis aufs Blut.
Jörg
Top: Back to the roots, zurück zu den Wurzeln, da wo alles anfing oder wie es Stomper 98 singen: „Tradition schlägt jeden Trend“. Für mich war das größte, ergreifendste und beste Album des Jahres von Biohazard mit DIVIDED WE FALL. 1992 fing es bei mir mit URBAN DISCIPLINE an, dem zweiten Album der New Yorker. Geprägt von den Vorreitern der Hardcore Szene haben sie es damals geschafft, neuen Schwung und fantastischen Groove in die Hardcore Szene zu bringen. Nachdem nun Evan Seinfeld wieder den Bass bei Biohazard und auf DIVIDED WE FALL drückt, fühle ich mein 16-jähriges Ich wieder. Und es fühlt sich gut an!
Flop: Ich höre gar nicht oder kaufe mir schon lange keine Alben mehr, bei denen ich mich vorher nicht ausreichend informiert habe, dass die was taugen. Ist heutzutage nicht mehr schwer. Von daher gab es keine gravierenden Enttäuschungen. Dennoch ist zu sagen, dass ich vom neuen Volbeat Album GOD OF ANGELS TRUST nicht so ganz begeistert bin. Das Teil läuft sauber durch. Es trägt alle Markenzeichen der Band, dennoch fehlt mir etwas. Vielleicht ist es nicht mehr überraschend genug.
Vorfreude 2026: Ich wünsch mir so sehr ein neues Album der Broilers, der Böhsen Onkelz und ganz besonders müssen bald mal Madball mit neuem Zeugs um die Ecke kommen. Aber nö! Alle gehen gefühlt dauerhaft nur auf Tour. Egal, dann muss ich nehmen, was kommt. In diesem Fall ist die Freude schon sehr groß, dass Papa Roach Anfang 2026 ein neues Album veröffentlichen. Und wenn das Teil komplett der ersten Single „Even if it kills me“ entspricht, dann gute Nacht Linkin Park.
Eni

Top: STUNDE NULL ist ein sehr emotionales letztes Album mit viel Power und typischem Stunde Null Sound. Schön hart, aber auch sensibel.
Flop: BRDIGUNG mit ihrem KONTRA Album. Ein einheitlicher Sound und keine Steigerung der alten Alben.
Vorfreude 2026: VISIONEN von JEANLUC, da freue ich mich am meisten drauf. Wünschen würde ich mir für 2026 mal wieder etwas Neues von den Broilers.
Melissa
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Top: 2025 gab es so einige großartige Alben, so war es ziemlich schwierig für mich den Platz Eins zu küren. Am Ende bekommt ZSK mit FEUER & PAPIER von mir die Krone auf. Ein elf Lieder starkes Album mit jeder Menge Power und Charisma. Die Band besticht mit einfachen Pogo Liedern, aber auch mit klaren Ansagen gegen rechts. ZSK hat ein buntes Album geschaffen und mich persönlich endgültig in ihren Bann gezogen. Klare Kante ist heutzutage wichtiger, denn je und so haben sie mit ihrer stabilen Art mein Herz im Sturm erobert. Zwischen der klaren Kante stehen sie auch mit Herz und Seele hinter ihren Freunden und haben mit „3 Uhr nachts“ eine großartige Zusammenfassung erschaffen.
Flop: Bereits in den letzten Jahren enttäuschte mich Frei.Wild immer mehr. Aus der Ehrlichkeit mit der eigenen Vergangenheit umzugehen, wurde eine reine Vermarktungsaktion. Ich wollte mir jedoch sicher sein und habe mir IMMER UNTER FEUER angehört. Mit 28 Liedern und nach vier Jahren Pause sollte man meinen, da steckt Qualität und keine Quantität dahinter. Für mich drehen sich sämtliche Lieder immer wieder im Kreis. Knapp zwei Stunden Laufzeit verteilt auf 28 Lieder und vier Themen. Dadurch wurde das Album schnell langweilig für mich. Dazu kamen verschiedenste Textpassagen, die definitiv mehr als nur unter der Gürtellinie waren. Zwischen ausgelutschten Corona Themen und dem „Mimi, so böse sind wir doch gar nicht“ ist das Album für mich eine klare Minusrunde.
Vorfreude 2026: „Ich würde mich riesig freuen, wenn es zu den großen Open Airs im Sommer ein passendes Album von den Broilers geben würde. Derweil warte ich gespannt auf die Resultate aus dem Studio von Morgenrot und Scheissdrauf.
Marcel

Top: Swiss & Die Andern mit PUNK IST TOT. Es ist rotzig, laut und voller Haltung. Ein Album, das die Szene aufrüttelt und zeigt, dass Punk lebendiger ist, denn je.
Flop: Neurotox mit KÖNIGE DER NACHT. Es gibt gute Ansätze, aber insgesamt ist es zu glatt und ohne den gewohnten Biss. Es bleibt hinter den Erwartungen zurück.
Vorfreude 2026: Drunken Swallows mit ECHOS ALTER TAGE. Die ersten Eindrücke versprechen ein emotionales, reifes Werk mit starken Hymnen und viel Herzblut.
Jonny

Top: Das 3!+7 (HOCH 1) von SLIME kracht wie ein Manifest, das keiner unterschreiben muss, weil es jeder fühlt. Roh, rotzig, rebellisch. Jeder Track ist ein Treffer mitten ins Schwarze. Mein Album des Jahres 2025, weil echte Haltung lauter ist als jeder Amp.
Flop: GOD OF ANGELS TRUST von Volbeat landet 2025 leider eher im Himmel der vertanen Chancen. Große Worte, viel Pathos, aber null zündende Momente, die wirklich tragen. Ein Album wie lauwarmer Kaffee: Man kann es hören, aber warum sollte man?
Vorfreude 2026: Sagenbringer mit ZWISCHEN DEN WELTEN. Wenn die ersten Teaser schon klingen wie Sturm, Sternenstaub und Schwertgeklirr zugleich, dann darf 2026 kommen, wie es will. Das wird ein Opener, der die Messlatte direkt in den Himmel rammt. Und kaum eine Band lässt die Szene so hibbeln, wie In Flames, wenn sich im Studio etwas regt. Kommt 2026 wirklich ein neues Werk, dann dürfen wir uns auf einen weiteren Flammenstoß aus Melodie, Melancholie und modernem Metal freuen. Ein Funke Hoffnung, der jetzt schon heiß glüht.
Vanny
Top: 2025 hatte so einige Überraschungen parat, aber mein absolutes Highlight war ganz klar FASAN ALARM von Kupfergold. Dieses Album hat mich völlig umgehauen. So viel Spielfreude, so viel Witz, Charme und handgemachter Rock ’n’ Roll. Ehrlich, frech und doch mit Tiefgang. Jedes Stück glänzt vor Kreativität und zeigt, dass Kupfergold genau wissen, wie man gute Laune und Anspruch unter einen Hut bringt. Für mich: das Goldstück des Jahres.
Flop: Leider gab es auch eine Enttäuschung und das tut fast schon weh: Hämatom mit FÜR DICH. Ich habe gehofft, es wird wieder so ein Brett wie früher. Doch stattdessen klingt es für mich zu glatt, zu vorhersehbar, zu wenig Herzblut. Da fehlt einfach der Biss, der Hämatom einst so stark gemacht hat. Schade, Jungs!
Vorfreude 2026: Aber Kopf hoch, 2026 steht schon in den Startlöchern. Und worauf ich mich am meisten freue? Ganz klar Universum25 mit DIE MASCHINEN WOLLEN LEBEN. Wenn da nur halb so viel Wucht darin steckt wie beim letzten Mal, dann wird das ein galaktischer Jahresauftakt.
Ehrliche Meinungen, echte Leidenschaft
Am Ende bleibt genau das, was Rock immer war: Geschmackssache, Gefühlssache und manchmal auch Streitpunkt. Unsere Top-Alben haben uns durch 2025 getragen, unsere Flop-Alben uns gezeigt, dass Erwartungen auch enttäuscht werden dürfen. Beides gehört dazu und beides hält die Szene lebendig. Wir feiern das, was uns berührt hat und lassen liegen, was uns nicht abholen konnte. Ohne Groll, aber mit klarer Haltung. Denn Vollgas Richtung Rock steht für ehrliche Meinungen, offene Ohren und die ungebrochene Liebe zur Musik. 2025 klingt langsam aus, doch der nächste Akkord ist schon in Sicht.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Redaktion
Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?







