Branntweihnachten in Essen – Knasterbart rissen die Grugahalle ab

Es gibt Weihnachtsfeiern, die riechen nach Zimt und Kerzenschein, und dann gibt es Branntweihnachten. Der Duft von Alkohol, Freiheit und ausgelassener Feierei lag in der Luft. Menschen mit roten Nasen, breiten Grinsen und offenen Armen füllten den Raum, bereit für ein Fest, das eher nach Kneipe als nach Krippe klang. Knasterbart hatte geladen und unterstützt von Die Habenichtse und Purple Otten versprach die Bühne von Anfang an, mehr Kneipenchor als Kirchenbank zu werden.

Das Vorglühen

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Den Auftakt machten Die Habenichtse und sie ließ keinen Zweifel daran, dass Branntweihnachten seinem Namen alle Ehre machen würde. Mit ihrem schnörkellosen, ehrlichen Sound zwischen Folk, Punk und Straßenpoesie spielte sie sich direkt in die Aufmerksamkeit des Publikums. Ob es nun eine Schorl of Death gab, bei der sich Wasser und Wein vermischen durften, eine „Ode an die Unterhose“ gehuldigt wurde oder es einfach die aus vollem Halse singende Grugahalle war, während auf der Bühne das „Humpenstielzchen“ erklang und sich ein gepflegter Ohrwurm in allen Köpfen einnistete. Es war eine perfekte Einstimmung. Und das Niveau wurde so gleich einmal fein unterkellert angesetzt.

Mit Purple Otten gab es dann einen kleinen aber feinen Mix, den garantiert jeder mitsingen konnte. Die Stadt Food aus NRW, wer kennt sie nicht, zeigte sich von ihrer besten Seite. Es ging an die größten Werke von Kiss, Deep Purple und Bon Jovi, bevor wir an die eigene Hymne herangeführt wurden. Essen war bereit, verzeiht, ich meine Food, „Purple up your heart“ zu zelebrieren. Hier ging es weniger um Nachdenklichkeit als um Energie, Spielfreude und diese Sorte Humor, die ein Publikum sofort zusammenschweißt. Eine Jack Daniels Flasche später war der kurzweilige Auftritt auch schon wieder um.

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Wie Branntweihnachten zur Herzensangelegenheit wurde

Als Knasterbart schließlich die Bühne betrat, war der Pegel längst erreicht, damit dieser Abend ein voller Erfolg wurde. Es gab eine unglaubliche Begrüßung und das Grinsen von einem Ohr zum anderen war aus keinem Gesicht mehr weg zu kriegen. Das langersehnte Wiedersehen – es war perfekt.

Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Gossenliedern, Folk und kollektivem Kneipenchor verwandelten sie den großen Saal in ein lebendiges Wohnzimmer voller Fremder, die sich plötzlich kannten. Hier wurde gemeinsam gesungen, gelacht, getrunken und manchmal auch kurz innegehalten. Knasterbart schaffte diesen seltenen Spagat zwischen Ausgelassenheit und ehrlicher Wärme. Texte voller Humor trafen auf ein Publikum, das jede Zeile mittrug.

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Es ging in einer Tour einfach Vollgas Richtung Rock! Bei der „Kneipenschlägerei“ wurde einander demonstriert, wie man sich in der Gosse Liebe zeigt. Zu „Sauf mich schön“ gab es den ersten großen Konfettiregen des Abends, und was definitiv nicht fehlen durfte, war der Liederzettel, der in de Halle verteilt wurde, auf dem die zwei Branntweihnachtslieder „Laute Nacht, Branntweihnacht“ und „In der Weihnachtsschlachterei“ niedergeschrieben wurden, damit auch niemand den Text falsch singen konnte. Außerdem bekamen wir Hotze, den Heiligen, der uns mit einer Klobürste segnete und auch einen Branntweihnachtsmann, der durch das Publikum fuhr. An diesem Abend passierte einfach so viel – wer nicht dabei war, ist selber Schuld.

Wenn der Chor aus Kehlen und Herzen besteht

Was diesen Abend so besonders machte, war die Art, wie Knasterbart das Konzept Branntweihnachten lebte. Es war ein echtes Fest für all jene, die in der dunklen Jahreszeit lieber zusammen anstoßen, als alleine still zu sein. Zwischen Gläserklirren, lauten Chören und kurzen, warmen Ansagen von der Bühne wurde klar: Hier geht es um Zusammenhalt, um das Teilen von Momenten, um das bewusste Gegenprogramm zur perfekten Postkarten-Weihnacht. Ob nun mit Pfefferminz-Bratensoße, tanzenden Truthähnen, oder einem Krippenspiel mit einem gigantischen Finale im Branntweihnachtsmärchen inklusive Hallenfeuerwerk – dieser Abend war ein perfektes, langersehntes Wiedersehen.

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Knasterbart hat Essen nicht einfach bespielt, sie hat es umarmt. Branntweihnachten war laut, schräg, chaotisch und voller Herz. Ein Abend, an dem man mit heiserer Stimme, müden Beinen und einem breiten Lächeln nach Hause ging. Wenn die Branntweihnacht kommen darf, dann bitte genau so: mit Knasterbart, einem vollen Glas und Menschen, die wissen, dass man das Leben feiern muss, solange es laut genug singt. Im Namen der Gossenabiturienten und der Knasterbartfamilie sage ich: Wir freuen uns auf das nächste Jahr – das war gigantisch! Ein Wiedersehen, wie aus dem Bilderbuch!

Vielen Dank auch an Die Habenichtse und Purple Otten für das Vorprogramm. Es war genau richtig gesetzt.

Für alle die nicht dabei sein konnten, haben wir den Abend in der Grugahalle in einer Bildergalerie zusammen gefasst. HIER Kommt ihr zu der Galerie:

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Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Redaktion

Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?