Wenn der Harz bebt, bleibt kein Shirt trocken – beim ROCKHARZ Festival 2025

Was ein Ritt, was ein Abriss, was ein Herzensfestival! Das ROCKHARZ Festival 2025 hat sich selbst übertroffen. Mit einer Mischung aus sengender Hitze, gnadenloser Energie und einer Organisation, die in der Szene ihresgleichen sucht. Vom ersten Zeltaufbau bis zum letzten Crowdsurf-Moment war alles dabei, was ein echtes Szeneherz braucht. Dreck, Herzblut, kaltes Bier und eine Soundwand, die bis in den letzten Baumwipfel des Harzes gedröhnt hat.

Trotz brütender Hitze war das Gelände nahezu immer prall gefüllt, die Metal-Family voll am Start. Egal ob Alt-Metaller mit Kutte oder Frischlinge auf ihrem ersten Festival, hier wurde gemeinsam geschwitzt, geheadbangt und gelacht. Das ROCKHARZ war mehr als nur Musik, es war ein Lebensgefühl, dass sich in jeden Gitarrenriff und in jedem Staubkorn auf der Haut wieder fand.

Ein Line-up des Wahnsinns – Gänsehaut im Halbtakt

Was dieses Jahr auf den beiden Bühnen aufgefahren wurde, war nicht von dieser Welt. Klassiker wie Saxon, Heaven Shall Burn, Powerwolf und In Extremo, brachten das Infield zum Kochen (manche nennen sie auch einfach Headliner), während Geheimtipps wie April Art, Kupfergold, Harpyie und Frog Leap frischen Wind in die Nackenmuskulatur brachten. Es wurde geschrien, gegröhlt und mitgesungen. Selbst die hartgesottensten Headbanger mussten bei manchen Sets schlucken vor Glück. Besonders auffällig: die stilistische Vielfalt! Von Melodic Death bis Folk, von old-school Trash bis Modern Metal, hier war alles vertreten. Die Running Order ließ kaum Verschnaufpausen zu, aber wer braucht auch schon Ruhe, wenn das ROCKHARZ brennt.

rockharz-2025_tages-tickets-aufteilung Wenn der Harz bebt, bleibt kein Shirt trocken – beim ROCKHARZ Festival 2025

Dieses Festival war mehr als nur vier Tage Musik. Es war ein kollektives Ausrasten unter der brennenden Harzsonne, ein Wiedersehen mit der Familie in Schwarz, ein Herzschlag aus 59 Bands, Bierbechern und Gänsehautmomenten. Von Mittwoch bis Samstag wurde Ballenstedt zum Epizentrum der Szene und wir waren mittendrin. Schon am Mittwoch war klar, dies wird kein langsames Reinkommen. Excrementory Grindfuckers heizten des Infield ordentlich an, unter anderem noch gefolgt von Týr, Primal Fear, Dark Tranquillity, Apocalyptica und weiteren. Die ersten Staubwolken stiegen an diesem Tag auf und von da an sollte dies auch nicht mehr aufhören, bis Saxon und Soulfly den Abschluss des Abends einläuteten und bewiesen: Celli und Lederwesten passen besser zusammen, als man denkt. Der Soundtrack? Laut. Die Stimmung? Hoch. Die Vorfreude? Gigantisch.

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Und wer sich gefragt hat, wie man in vier Tagen so viele Genre-Giganten unterbekommt, das ROCKHARZ hat es gezeigt. Der Donnerstag war stilistisch ein breites Brett: von Asenblut über Kupfergold, von J.B.O. über Warkings, von Sodom über Versengold bis hin zu den Legenden von Heaven Shall Burn und Nachblut war alles dabei. Es gab kein Halten mehr. Pyros, Circle Pits und textsichere Massen, wohin das Auge reichte. Der Freitag war brutal gut. Trotz der weiter anhaltenden fast unerträglichen Hitze wurde das Programm souverän durchgezogen – und mit einer Schneekanone gekontert. Wer kann, der kann. Vom Auftakt mit Seasons in Black über Aephanemer, bis zu Any Given Day. Kurze, geistige Aussetzer mit lyrisch absolut (un)wertvollen Texten bei den Kassierern durften natürlich auch nicht fehlen. Wie dem auch sei, gipfelte Tag Nummer Drei in einer finalen Mischung aus Gloryhammer, Mono Inc. und einer ganzen Menge Feuerwerk vor, während und nach Powerwolf, die am Abend alles abfackelten, was noch übrig war. Es wurde nicht gesungen, es wurde zelebriert.

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Mehr als nur Musik – Rock und Metal mit Haltung

Der Samstag öffnet seine Pforten unter strahlendem Sonnenschein. Der Tag begann energetisch mit Velvet Rush und Frozen Crown, führte weiter über Visions of Atlantis und Combichrist, machte keinen Halt vor Mr. Hurley und den Pulveraffen und Dragonforce und gipfelte im mitreißenden Finale mit ASP, In Extremo und Tragedy. Ein absolut packender und würdiger Abschluss. Tanzen, pogen, mitsingen, weinen – alles auf ein und demselben Festival möglich. Diese emotionale Dichte schafft kein Streaming Algorithmus der Welt.

Das ROCKHARZ wäre aber nicht das ROCKHARZ, wenn es nur um Geballer gehen würde. Auch 2025 stand wieder unter dem Zeichen von Inklusion, Nachhaltigkeit und echter Szenesolidarität. Ob Inklusionscamp mit Sunflower Badges und Dialyse-Shuttle oder das Rock Rock ‘n’ Recycle Projekt des Gymnasiums Ballenstedt oder das altbewährte Glück in Dosen Spendenprojekts. Hier wurde nicht nur gefeiert, sondern auch nachgedacht und angepackt. Und dann waren da noch weitere Herzstücke des Vorplatzes: Die kleinen Aktionen, die oft übersehen werden. Von der Deutschen Stammzellspenderdatei, über Stände von Bloody Water und Metality e. V., bis hin zu kreativen Müllvermeidungskampagnen der Recycling Fabrik. Eine diesjährige Besonderheit dürfen wir selbstverständlich an dieser Stelle auch nicht vergessen, denn für ganze acht(!) Paare hieß es dieses Jahr unter der Teufelsmauer „Ja, ich will!“. Richtig gelesen, es wurde geheiratet, was das Zeug hielt, ganz offiziell, mit Standesamt und ihren Familien. Diese Tage werden die frisch Vermählten garantiert nie wieder vergessen.

Mehr als ein Festival – es ist Familie und Zuhause

Was wäre ein ROCKHARZ ohne Wetterextreme? Letztes Jahr war es der Starkregen mit Evakuierung des Infields und daraufhin ausfallenden Bands. Dieses Jahr war es die Sonne, die erbarmungslos vom Himmel brannte und der Staub, der sich überall, wo es nur erdenklich oder auch unvorstellbar ist, absetzte. Aber typisch ROCKHARZ: Die Crew wusste, was zu tun war. Bis irgendwann die Schneekanone zum Einsatz kam, wurde so lange mit Wasserschläuchen vor der Bühne ausgeholfen. An dieser Stelle geht auch ein riesiger Dank an die Grabenschlampen raus (nein wir beleidigen hier niemanden), dies ist die offizielle Bezeichnung der absolut genialen Security, die für ihren Einsatz eine kleine Medaille verdient hätte.

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Dieses Festival war ein Statement. Für Musik, für Zusammenhalt, für Herz und Haltung. Es war laut, es war heiß, es war emotional. Wer dabei war, wird es nie vergessen. Wer nicht dabei war, wird es 2026 nicht verpassen wollen. Mit absoluter Garantie lässt sich noch eines sagen, wenn das ROCKHARZ ruft, kommen wir alle und wir kommen laut. Im Übrigen wurden bereits die ersten Bands auf der diesjährigen Ausgabe bekannt gegeben. Freut euch 2026 auf Bands wie Haggefugg, Betontod, Knorkator, Soulbound, Stahlmann, Subway to Sally, ANNISOKAY oder die beiden absoluten Kracher Helloween und Alice Cooper. Bereits 20 Bands wurden schon bekannt gegeben. Wer weiß, worauf wir uns in den nächsten Monaten sonst noch freuen können.

Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei den Veranstaltern und allen Mitwirkenden des Festivals. Ihr habt da ein absolut gigantisches Festival auf die Beine gestellt, welches wir unheimlich lieben gelernt haben. Es war uns eine Ehre, Danke ROCKHARZ! Wir sehen uns wieder an der Teufelsmauer!

Und für alle die da waren oder leider nicht konnten oder überlegen ob sie 2026 das Rockharz Festival besuchen wollen, haben wie HIER die Bildergalerie von 2025 für euch:

BG Wenn der Harz bebt, bleibt kein Shirt trocken – beim ROCKHARZ Festival 2025

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Redaktion

Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?