UNIVERSUM25 im Colos-Saal Aschaffenburg – wenn die Meute tanzt und lacht

Wenn sich ein lauer Sommerabend in Aschaffenburg plötzlich in einen musikalischen Vulkanausbruch verwandelt, dann kann das nur eines bedeuten: UNIVERSUM25 haben das Steuer übernommen. Mit Schubkraft, Haltung und Humor enterte die Elitezusammenkunft die Bühne und spielte sich weiter in die Herzen der Zuhörer. Vorband an diesem Abend waren Versus Goliath, die sich durchaus sowas von sehen lassen können.

Aufwärmen? Vergesst es, denn Versus Goliath zünden einfach direkt

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Bevor die Supergroup den Colos-Saal zum Beben brachte, hieß es erst einmal: Bühne frei für Versus Goliath. Pünktlich um 20 Uhr eröffneten sie den Abend. Und die Jungs lieferten ab: direkt, ehrlich und mit einem Punch, der sich gewaschen hat. Ihr moderner, deutschsprachiger Crossover-Sound passte perfekt zum Hauptact des Abends. Es gab gar keine Zeit zum Warmlaufen. Die Menge ging sofort mit und die ersten Kehlen wurden geölt. Während das Trio beim ersten Song noch vermummt auftrat, zeigten sie bei dem Rest ihres Sets ihre Gesichter.

Vom ersten bis zum letzten Ton gaben sie absolut Vollgas. Unglaublich starke Texte, Mutmacher, aber auch Texte zum Nachdenken. Hier gab es das volle Programm. Bei ihrem Song „Im Regen“ gab es für das doch überschaubare Publikum ein schönes Lichtermeer. Ein klarer Pluspunkt für die Setlist-Planung. Mit ihrem letzten Lied „Nicht allein“ verabschiedeten sich Versus Goliath von der Bühne. Ihr neues Album WÜSTENLAND erscheint am 12.09.2025. Wer sich also ein genaueres Bild dieser Band machen möchte, bekommt hiermit wieder eine Chance.

Musik für den Kopf und die Nackenmuskulatur: Manege frei für UNIVERSUM25

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Ab dem ersten Ton war klar: UNIVERSUM25 kommen nicht, um zu streicheln, sondern um aufzuwecken. Und trotzdem schwang an diesem Abend jede Menge Humor mit. Die Band legte besonderen Wert auf Wortwitze mit den Bandnamen der verschiedenen Musiker. Bei Gunnar war es beispielsweise „Nicht die erste Wahl“ und Rupert war laut Pat „der viel bessere Eisbrecher“. Es gab einfach so viel zu lachen. Die Stimmung war Genuss pur. Im Bild gab es allerdings eine Änderung: Pat, der normalerweise an der Gitarre an vorderster Front stand, war am gestrigen Abend aufgrund seiner anhaltenden Daumenverletzung in die zweite Reihe an das Keyboard gesteckt worden. Aber Leute, das konnte sich dennoch richtig gut hören lassen und hat der ganzen Sache absolut keinen Abbruch getan.

Im Colos-Saal, dieser Hütte mit Wohnzimmeratmosphäre und Top-Sound (und das mitten in der Innenstadt), entfaltete sich die ganze Power von Songs wie „Genug“, dem ehrwürdigen Opener, über „Wir warten“, „Vor deiner Tür“ oder „Der Traum ist aus“. Die Band war straight, das Licht punktgenau gesetzt und die Botschaft klar: Wir sind viele und wir lassen uns nicht den Stecker ziehen! Natürlich durften, wie auch schon auf ihrer ersten Tour, die Cover Versionen der fünf (Haupt)Bands nicht fehlen. So bekamen wir unter anderem „Ozean“ von Eisbrecher oder „Ebbe und Flut“ von Slime eben in UNIVERSUM25 Montur. Wer allerdings auf ein Cover von In Extremo hofft, den muss man an dieser Stelle leider enttäuschen. Denn dadurch, dass Micha ja auch Kopf der Band ist, „könnten sie es ja nur verkacken“ und stattdessen wählten sie für ihn einen Song aus seiner früheren Band Noah und gaben so „Manchmal frag ich mich“ zum Besten.

Ein Abend zum Nachdenken, Durchdrehen und Wiederkommen

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Als das reguläre Set durch war, schrie das Publikum nach mehr und UNIVERSUM25 ließen sich nicht zweimal bitten. „Nur wegen dir“ und „Am Morgen danach“ setzten dem Abend noch die Krone auf. Schweiß, Bier und Gänsehaut inklusive. Und während draußen die laue Nacht wartete, hallte drinnen noch lange der letzte Refrain nach. Was UNIVERSUM25 in Aschaffenburg abgeliefert haben, war mehr als nur ein Konzert. Es war ein Statement. Gegen Gleichgültigkeit, gegen Spaltung und für das Miteinander! Und das alles mit einer Bühnenpräsenz, die zwischen Wut und Witz pendelte wie ein Gitarrenhals im Circle Pit.

Eines allerdings muss dennoch erwähnt werden. Der Saal war nicht gerade leer, aber für dieses Aufgebot definitiv nicht würdig. Erwartet hätten wir ein bummsvollen Laden, in dem du dich nicht drehen und wenden kannst. Dann wäre es der Band gerecht gewesen. Liegt es daran, dass sie noch zu unbekannt sind und die Leute nicht wissen, wer hinter diesem Namen steckt? Wir reden hier wirklich von einer absoluten Elitezusammenkunft. Eine Zusammenkunft von In Extremo, Dritte Wahl, Fiddlers Green, Eisbrecher und Slime. Nicht eine Band davon ist auch nur ansatzweise unbekannt. Beim nächsten Mal wollen wir das voller sehen, Leute. Und pssst, vielleicht halten wir Ende des Jahres alle das neue Album in den Händen und dann sehen wir uns auf der Die Maschinen wollen leben Tour 2026.

Hier folgt nun noch eine kleine Galerie von diesem Abend.

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

Redaktion

Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?

Crew | Fotograf

Mein musikalischer Weg hat viele Abzweigungen. Von Mittelalter über diverse Subgenres des Metals, bis hin über die Tiefen des Rocks. Geprägt von den Onkelz, In Extremo und Rammstein führt heute kein Weg mehr an In Flames, Parkway Drive und Machine Head vorbei.