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Weitblick im Interview

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VRR: Glaubt ihr mit dem ersten Album neue Fans zu gewinnen?

Hans (Weitblick): Mit der neuen EP wollen wir nicht nur neue Fans dazu gewinnen. Wir möchten uns bei allen treuen Fans bedanken, die uns mit jedem Like und ihrem Feedback unterstützt haben. Wir haben durch diese Unterstützung nie den Mut verloren und weiter das tun können, was wir lieben.

VRR: Was sagt ihr selbst, wie ist das Album geworden?

Hans (Weitblick): Unsere EP ist für uns ein kleines Meisterwerk. Wir haben jahrelang geprobt und eifrig daran gefeilt, das dieses Produkt nicht nur andere von den Socken haut sondern auch uns. Den Spiegel der eigenen Schöpfung zu betrachten ist rückwirkend ein großartiges Gefühl.

VRR: Das kommende Lied „Die Wahrheit“ beginnt doch sehr ungewohnt. Ich lernte euch eher ruhig und kuschelig kennen und nun wird es doch recht brachial. Seid ihr nun bei einem Stil angelangt, der euch allen gefällt und würdet ihr diesen beibehalten wollen?

Hans (Weitblick): Unsere aktuelle Singleauskopplung hat in der Tat einen leicht harten Sound gegenüber unserer gewohnten Spielweise. Am Limit sind wir selbst noch nicht. Wir betrachten uns selbst immer noch als Streetrocker und möchten genau hier mit der Tür ins Haus fallen. Wir sind bei weitem noch nicht dort angekommen, wo wir hin möchten. Ständige Entwicklung und akribische Passion fordern und fördern uns unsere Arbeit mit jedem Song zu optimieren. Die Vielfalt des eigenen Geschmacks lässt uns auch heute noch im Proberaum experimentieren mit Varianten, die wir vorher nie in Erwägung gezogen haben.

Die Wahrheit ist in unseren Augen der optimale Anfang. Nichts desto Trotz ist dieser Song schon jahrelang ein fester Bestandteil unseres Live-Sets und für eingefleischte Fans nix Neues. `Wie sagt man so schön, die Wahrheit kommt unvorbereitet, trifft einen härter, als man denkt und polarisiert in jeder Art und Weise.` (Anmerkung der Redaktion: Ich bin schon lange ein treuer Fan der Jungs, doch musste ich schlimmerweise feststellen, dass das letzte Weitblick Konzert so lange zurückliegt (Oktober 2019), dass dieser Song mir gänzlich neu vorkam beim ersten Anhören. Dennoch gefällt es mir super und steigert die Spannung auf die EP ins Unermessliche.)

VRR: Corona hat die Musikszene doch ganz schön getroffen. Daniel wohnt nun auch weiter weg, proben mal flink ist nicht drin. Wie schwer war es in dieser Zeit zu proben und das Album zu produzieren? Habt ihr als Gruppe versucht virtuell zu proben bzw. gab es „Plan B“ während des Lockdowns?

Hans (Weitblick): Ja, die aktuelle Situation zwingt uns neue Wege zu gehen, doch im digitalen Zeitalter weiß man sich doch zu helfen. Jetzt schicken wir uns unsere Ideen und dann wird es geformt zur richtigen Summe aller Instrumente. Man arbeitet vor, um danach gleich nahtlos in die alten Schritte mit mehr Feuer überzugehen. Ruhe oder Aufgeben war nie eine Option, aber wir betrachten die Sachen objektiv und sind gefasst. Die EP hatten wir zum Glück schon vor dem ersten Lockdown fertig.

VRR: Wie war die Arbeit mit Markus alias Kaestel Koppy? Gabs auch mal Krach oder war immer alles harmonisch?

Hans (Weitblick): Die Arbeit im Studio war ein Segen und ehrlich gesagt vermissen wir diese Zeit. Die Kommunikation und der Gedankenaustausch waren eine der schönsten Erfahrungen, die wir mit unserer Musik je machen durften. Markus ist ein hervorragender Produzent, der auf deine Wünsche eingeht und dir auch mal den Spiegel vorhält, wenn es bitter nötig ist. Dank ihm können wir sagen, dass wir mit unserem Endprodukt mehr als zufrieden sind. Da er selbst Musiker ist gibt es keine Barrieren und man hat immer den Fokus auf das Produkt. Auch weit nach der Studiozeit steht er uns immer noch mit Rat und Tat zur Seite. Wir hatten Glück das unsere Scheibe noch vor dieser Pandemie im Kasten war.

VRR: Denkt ihr die kommende EP könnte euch endlich auf die Festival Bühnen des Landes bringen? Oder glaubt ihr das Festivals nun aussterben?

Hans (Weitblick): Die kommende EP soll für uns nochmal ein Abschluss sein und ein Geschenk an unsere Fans, die uns die ganze Zeit begleitet haben. Unsere Musik wird sich immer weiter formen und auch wir werden musikalisch weiterwachsen. Ob sie uns auf die Bühnen dieser Welt bringt, wollen wir stark hoffen, doch was geschieht ist momentan ungewiss. Wie die ganze Sache nun ausgehen wird können wir nicht beurteilen und wollen wir auch nicht. In erster Linie ist unsere Musik der Spiegel unserer Gefühle und die Art und Weise damit umzugehen. Wenn das noch einer geil findet umso besser. Wir warten ab und sind am Start, wenn es wieder losgeht.

VRR: Die aktuelle Lage ist für alle nicht einfach keiner weiß, ob es weitergeht und wie. Wir alle vermissen es vor den Bühnen zu stehen und die Musik zu genießen. Weitblick haben sich nicht unterkriegen lassen und basteln bereits fleißig weiter. Die kommende Singleauskopplung ist äußerst ungewohnt so zu hören, klingt aber wie ein Live-Probenraumkonzert, nur halt gut abgemischt, ohne unfreiwillige Live-Verspieler. Ich freue mich bereits auf das neue Album von Weitblick und werde diesen Weg gerne weiterverfolgen.
Melissa Müller
Melissa Müller
Über mich: 24 Jahre jung und Herzblut-Ossi, auch als Nachwende-Kind. 2009 durch Frei.Wild endgültig mit dem Deutschrockfieber infiziert. So sieht man mich heute regelmäßig auf Konzerten oder Festivals, zumeist bei kleineren Bands (Kneipenbands, wie ich sie liebevoll nenne) in der ersten Reihe. Mein persönliches Lebensmotto „Der Osten rockt, denn ich leb nur einmal“.
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