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Interview und Künstlervorstellung AnDia(Diana) 

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Lesedauer
7 Minuten

Wenn ich hier von einer Künstlerin sprechen darf, dann ist das im wahrsten Sinne des Wortes und mehr als sinnbildlich gesehen und einmal mehr als die Wahrheit.

In Worte zu fassen, was den Menschen auf ihrer kleinen Bühne dargeboten wird, sollte nicht einfach sein, aber ich verspreche euch, es wird poetisch einmalig. Zuletzt geschehen in einer Burgruine im beschaulichen Thüringen, abgelegen und fast schon unscheinbar ragt eine Ruine über die Baumwipfel hinaus. Was mich dort erwarten sollte  konnte ich zu dem Zeitpunkt meiner Ankunft nicht im Ansatz erahnen.

Barfuß auf eine kleine Reise

Spontan und nicht aus redaktionellen Gründen war ich dieses Mal vor Ort, privat und in kleinem Kreis. Angekommen auf dem Hof der ehemaligen Burg Liebenstein, strahlten die Lichter in vielen Farben und die Burg erschien in wunderbar abgestimmten Facetten und Eindrücken. Fast romantisch, mystisch und zugleich magisch. Ich wusste wohl, dass mir gleich eine Art Hörspiel dargeboten werden soll, in Form eines Musikstückes. Ich war also jungfräulich auf diesem Gebiet sehr gespannt und sollte nicht enttäuscht werden.

Auf der Bühne sitzt sie, barfuß und gekleidet wie eine Maid, die Künstlerin, auf einem Hocker umhüllt von Schafsfell, einem kleinen Tisch gedeckt mit Blumen und einem Federhalter, einer kleinen Truhe und mit gemütlich gedämpftem Licht, fast wie in einem kleinen Zimmer, einer Art Bibliothek oder einem Wohnzimmer am Kamin in einer Hütte im Wald. Es könnte alles darstellen, und ich war sofort eingeladen in diese Welt, die plötzlich eine andere schien.

Weshalb sie ihr Publikum bat, erst am Ende der Vorstellung zu klatschen, sollte ich bereits nach den ersten Zeilen beginnen zu verstehen.

Die Menschen waren wie gebannt, und lauschten der Erzählerin, als sie gleich für uns ihre Geschichte anfing, gepaart mit Gesang, ein wenig wie im Mittelalter und doch mit einem Hauch der Moderne. Zwischen ihren Erzählungen, sang sie Lieder, in reinster Form der Poesie. Es war einfach ein Fest ihr zu lauschen, konnte man weder Auge noch Ohr von ihr lassen, während sie mit ihrer warmen Stimme uns berauschte. 90 Minuten, sanfte Gitarrenklänge in Einklang mit der Stimme einer jungen Frau, welche sinnlicher und gefühlvoller kaum sein könnte. Ohne auch nur einen Gedanken daran zu fassen, dieses Ambiente zu verlassen, so sehr fühlte man diese Geschichte, von Liebe und Leid, von Herz und Seele, vom Leben und von eines jeden selbst. Dazu dieses Spiel von Licht und Farben in dieser idyllischen Ruine. Traumhaft.

Mit der richtigen Begleitung war dieser Abend mehr als nur ein wundervolles Erlebnis. Diana, mein Mensch, und das ganze um uns herum, war an jenem Abend und weit darüber hinaus Balsam für die Seele. Lyrisch gesehen, mit einem Hauch einer fast naiven und romantischen Dramatik, ist dies wohl immer eine kleine Reise wert, eine Reise in eine kleine eigene Welt. Jederzeit, an jedem Ort würde ich dieser Geschichte wieder lauschen wollen.

Mit all den Noten

Der letzte Song aus ihrer Geschichte, traf mich besonders ins Herz, ich machte ihn zu meinem Song, weil er mir aus voller Seele gesprochen hat. Erst als die Menschen klatschten, realisierte ich, dass Diana fertig war, so gebannt war ich. Ich versuchte einige Eindrücke auf Video festzuhalten, um den Menschen da draußen zu zeigen, was sich an jenem Samstag für ein Schauspiel darbot. Wenn ich zitieren darf: Brigitte, eine Frau, welche ich ebenfalls an diesem Abend kennenlernen durfte, beschrieb es in etwa so:
„Ich bin begeistert, wie romantisch sie in den Abendstunden zur Geltung kommt, diese Burg, und die Darstellerin Diana hat eine sehr tragende Stimme, der Text aus Ihren Songs ist sehr aus dem natürlichen Leben abgeleitet. Einfach nur toll. Danke schön“.
Alles in allem ein sehr gelungenes Erlebnis. Eingetaucht in eine Welt höchster musikalischer Kunst. Im Nachgang, hatte ich Gelegenheit ein paar Worte mit der Ausnahmekünstlerin Diana zu sprechen, aber lest selbst.

VRR: Diana, also zunächst einmal Respekt, was war das gerade da auf der Bühne, ich bin noch immer in deinem Bann und weil ich es nicht in Worte fassen kann, sag, kannst du mir nicht ein wenig erzählen, was genau du mit mir und deinem Publikum machst? Erzähl mir ein wenig von dir und deiner eignen Geschichte.

Liebe Tati!
Hm, was passiert, wenn Worte und Melodien auf einen Menschen treffen? Jeder Klang, Note und Wort, hallt in jedem von uns anders wieder. Dafür ist jeder einmalig, getragen durch seine Erinnerungen und Erfahrungen, sowie den Träumen, Sehnsüchten und Wünschen. Ich begleite nur auf einer Reise, erzähle in Bildern, mit viel Gefühl, beschreibe durch Worte und Klang, wohin der nächste Schritt sich bewegen könnte. Eine Art Wegweiser, Impulsgeber, Ideenschenker. AnDia-An Dich adressiert, sind Briefe aus dem Leben, aus der Welt, hinein in den Kopf, ausgemalt von Farben deines eigenen Inneren. So viel tue ich da gar nicht. Spürbar und fühlbar machen, Rückbesinnen. Ein Brief an sich selbst. „Ah, genau so. Oh ja, das kenne ich. Genau, so war das mal, und so ist es. Mir ist das auch schon mal passiert.“

Reisen mit ungewissem Ausgang. Erinnert an wohlige Gefühle, an Situationen und Augenblicke – mit Raum für alles, was da ist. Eine Reise aus dem Früher ins jetzt. Mich traf es oft im Leben unerwartet hart, verletzend und auch grausam, doch hielt sich die Balance mit Harmonie, Liebe und vor allem der Schönheit des Augenblicks. Was mich sucht, das findet mich. Das passiert, wenn die Türe offen bleibt, das Fenster weit in den Raum geöffnet steht, wir mit Lust und Freude alles hereinlassen wonach wir sehnen und begehren. Das Schöne an einem Fenster hinaus in die Welt ist, dass wir auch uns selbst darin sehen. Und das ist es! Dich im Auge zu behalten und neu entdecken, täglich! Entdeckst, erlebst, fühlst alles neu, das Bekannte im Unbekannten. Stell dir vor, du lebst jeden Tag als wäre es dein Erster!

VRR: Wie hast Du Deinen Weg zur Musik gefunden? Hast du bevorzugt noch andere Stilrichtungen? Wie verlief bislang deine musikalische Stilfindung? Was hat dich musikalisch am meisten geprägt? Und sag, wie beschreibst du eigentlich den Stil deiner musikalischen Arbeit?

In meiner Kind- und Jugendzeit hörte ich der Welt beim Leben zu. Da gab es klopfen, rauschen, surren, summen, zirpen, knistern, …. und irgendwie formten sich daraus kleine Musikstücke, nur ganz leise sang ich für mich dazu. Seit ich denken kann, bin ich philosophisch und poetisch angehaucht. Dann kam das eine oder andere Instrument dazu. Probierte mich im Selbsterfahren und -lernen mit Keyboard, Klavier, Flöte,Saxofon und später hin Gitarre. Die Melodien in meinem Kopf erwachten in der Realität und bekamen Ausdruck. Ein Fluss von Energie und Verarbeitung des Lebens begann. So vertonten sich Worte durch Alltagserlebnisse, Liebe, Begegnungen wie von selbst, gefüllt mit allem, was in mir und um mich herum geschah. So denke ich, die Musik fand mich und ich ließ sie raus.
Stilistisch mag ich Ska, Punk, Metall, Rock, Liedermacher, Folk, ach so gesehen alles was die Welt zu bieten hat. Mein Herz, mein inneres, muss es bewegen. Mich erfüllen, mit mir in Resonanz gehen, mich triggern, meinen ganzen Körper bewegen und mich inspirieren. Jedes Genre gleicht sich mit einem anderen aus. Geprägt hat mich allerdings der Folk. Irischer Folk, Loreena McKennith z. Bsp., auch viel Mittelaltermusik, dann noch Pink Floyd, sowie die Liedermacherkultur – ähnlich der Minnesänger und Barden von früher.

Was für eine Zeitreise durch die Musik. So wuchs ich mit Led Zeppelin, Dire Straits, Rainbow und einigen mehr auf. Verführt zu den härteren Klängen, welche mich mit Gitarren und Bässen in meiner Seele trafen. Einige Stücke sind hier auch entstanden. Später hin brachte ich mich im Soul ein, probierte mich im Punkrock und Metal. Welch wunderbare, kreative Erfahrung. Begann mich stimmlich auszutoben, auszuleben und aus mir herauszubrechen. Ich mag Kontraste, wenn es konträr scheint und doch zusammenpasst.
Wo ich mich musikalisch eintakte? Weiß ich gar nicht. So haucht es etwas Folk, ein wenig Liedermacher und undefinierbares mit Klängen und Stimmen. Vielleicht erfindet es sich gerade neu. Vielleicht bedarf es auch keiner Definition, weil Musik schon immer einfach da war und in allem seinen ganz eigenen Impuls plus Regung findet.

VRR: Wer oder was inspiriert dich am meisten in deiner Kunst?

In erster Linie das Leben selbst. Hör hin, probiere mal wie es schmeckt, schau hinein, fühle es und immer der Nase nach. Wenn du mit allen Sinnen lebst und genießt, nichts davon ablehnst – sondern es einfach fließen lässt, in dich hinein, aus dir heraus – dann sprudelst du über vor Ideen. Da gibt es Menschen mit ihren Geschichten, da gibt es meine eigene und dann noch die Liebe. Die ist immer da und deswegen auch stetig Thema. Ich mag es Themen neu zu gestalten, etwas rütteln und Perspektiven wechseln, gern auch provozieren, genauso in der Stille mir selbst und dem Leben lauschen.

In der Zeit, wie wir uns unterhalten, hörst du klirren, rauschen, pochen, schleifen, wispern und Gesprächsausschnitte vom Nachbartisch. Träumst, hast Bilder im Kopf, eine Duftnote berauscht dich, dein Herz schlägt schneller, Gedanken schleichen sich hindurch. Das alles und noch viel mehr, ist Musik. VRR: Gibt es bereits Alben, Singles, EP, oder gar Vinyls, wenn ja erzähl uns doch gern wo die Leser dich finden? Bist du ausschließlich allein auf der Bühne zu Haus, oder gibt es noch andere Projekte in deinem Leben?

VRR: Wird man dich dieses Jahr noch öfter auf Live-Veranstaltungen erleben?

Geschrieben, vertont sind bisher circa 3 Alben. Jedoch noch nichts groß öffentlich. Ein wenig findest du ab und an. Bei Soundcloud, oder auf meiner Website www.andia-musik.com, füge ich einen neuen Song hinzu. Zu kaufen gibt es jetzt das Hörbuch. Dies ist das erste aufgenommene Album in Form eines Buches. Das war recht witzig, denn ich wurde gefragt, ob ich denn nicht mal ein Buch schreiben mag über meine Gedanken und Geschichten. Aber ich mache doch Musik? Na dann, wirds ein Hörbuch. Lebensverarbeitung, Einsicht und Weite für das Neue. Mit AnDia bin ich derzeit allein auf der Bühne. Manchmal gesellen sich Musiker dazu. Wie Cajón, Didgeridoo oder auch Schlagzeug. Das mag ich gern ausbauen, erweitern um noch mehr Tiefgang und Fläche zu bekommen oder mehr Beat um es tanzbarer zu gestalten.

Weiter derzeit die Teilhabe am Musikprojekt von Zornestrieb – Atmospheric Black Metal. Ein lieber Freund und grandioser Künstler. Hier trifft die Härte mit tiefem Gefühl aufeinander, verwoben mit der Atmosphäre – ein Momentum von Lebensreise und Gefühl. Auch da geht die Reise bald weiter. Hier treffen Verständnis, Bilder und Ideen aufeinander – ohne groß darüber gesprochen zu haben. Ein Teil der Musik sein, Begleitung auf seiner musikalischen Reise. Alte Projekte waren ein Punk-Hard-Rock Band, mit eigenen Songs. Da tobte ich mich gern aus und davon darf es gern auch wieder mehr Raum in meinem Leben geben. Darüber hinaus mal ein wenig Cover, Soul, Jazz und diverse andere. Wie oft ich dieses Jahr noch live bin, steht noch nicht genau fest. Denn jeder braucht auch seinen Platz, wo er gesehen werden möchte, erlebt und gefühlt.

So sehe ich mein Hörbuch LoveSoul – SoulLove bei Kaminabenden, oder einer lauschigen Bar. Doch ist dieses Hörbuch nur eine Begleiterscheinung, Zusammenfassung oder auch positive Nebenwirkung. Mein Repertoire ist viel breiter. Provokant, gnadenlos ehrlich, hübsch verpackt, auch mal verrucht und sexy, oder Melancholie pur. Ich tauche gern ein, auch mal unter oder lasse mich treiben, ohne festgelegt zu sein. So gibt es ein Set quer durch den Alltag bis hin zur heiteren Barmusik. Wer eine Bühne hat, ein Ambiente, Bar, Räumlichkeiten und hört dort genau jenen Klang meiner Stimme, der möge mich einladen und reisen gehen.

VRR: Was dürfen wir von dir noch erwarten? Magst du uns ein wenig über deine Pläne in naher Zukunft erzählen?

Erwartet nichts – so seid ihr überrascht. Ich komponiere aus dem Moment heraus, einfach so. Das heißt, so wird es definitiv ein weiteres oder weitere Hörbücher geben. Dazu sammle ich Impulse und lass es einfach kommen. Ein Planen wird es dahingehend nicht geben, da nichts aus Druck oder Zwang entsteht oder weil es gerade muss. Das spürst du. Es ist eine Liebeserklärung ans Leben, ein Heiratsantrag an die Musik – nun muss der Rest nur noch „ja“ sagen.

Nichts darf verborgen, versteckt oder unterdrückt – mehr darf es Mut machen, Loszugehen, aus sich heraus treten. Weitere Musiker dürfen mein Leben und die Musik um und mit mir bereichern, ausbauen sowie erweitern. Streicher, Gitarre und etwas Rhythmik, ein Piano mit Tiefgang, verspielt. Ach, da gibt es so viele Ideen, in welche ich mich gern fallen lassen mag und nur zu gern integriere ich mich auch als Gast in etwas Neuem, Anderen. Das ist Leben, das ist Musik. So sind wir alle Anhalter am musikalischen Rand der Straße, lassen uns mitnehmen und reisen.

Fazit:

Diese junge Frau hat einiges zu erzählen, breitgefächert ihr Können und facettenreich ihr Stil.
Jederzeit eine Reise wert!

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