Damals und heute – Hämatom im Spiegel der Zeit bei Vollgas Richtung Rock

Foto: Jule Fleischmann

Manchmal lohnt sich ein Blick zurück. Vor allem, wenn man alte Berichte liest und merkt, wie sehr sich nicht nur eine Band, sondern auch die eigene Sichtweise verändert hat. Genau das sieht man, wenn man den Vollgas Richtung Rock Bericht von 2018 über Hämatom mit dem aktuellen Bericht von 2025 vergleicht. Zwei Texte über dieselbe Band und doch erzählen sie ganz unterschiedliche Geschichten.

2018: Laut, direkt, voller Energie

DSC4173 Damals und heute – Hämatom im Spiegel der Zeit bei Vollgas Richtung Rock

Der Bericht von 2018 war purer Aufbruch. Hämatom wurde als kompromisslos, laut, roh und wütend beschrieben, eine Band mit klarer Haltung. Alles drehte sich um die Energie auf der Bühne, die Provokation und das Gefühl, dass diese Band anecken will und das auch bewusst tut. Der Ton des Artikels war direkt, teilweise hart und wenig distanziert. Man spürte die Begeisterung und die Nähe zur Szene, in der Dinge noch unverblümt beim Namen genannt wurden. Es ging weniger um Einordnung, sondern mehr um das Gefühl, welches Hämatom damals ausgelöst hat.

2025: Mehr Abstand, mehr Tiefe

Der Bericht von 2025 ist ruhiger und reflektierter. Hämatom wird nicht mehr nur über Lautstärke und Provokation beschrieben, sondern im Gesamtbild betrachtet, musikalisch, inhaltlich und im Kontext der Szene. Entwicklungen, Veränderungen und Reife spielen eine größere Rolle. Der Ton ist sachlicher, analytischer, fast erwachsener. Ehrlich bleibt er trotzdem, nur weniger impulsiv. Statt nur den Moment einzufangen, geht es jetzt darum, einzuordnen: Wo steht die Band heute? Was hat sich verändert, was ist geblieben? Der Artikel wirkt weniger wie ein spontaner Ausbruch aus dem Pit, sondern eher wie ein Gespräch nach dem Konzert.

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Wandel bei der Band und beim Magazin

Spannend ist: Der Unterschied zwischen den Berichten zeigt nicht nur, wie sich Hämatom entwickelt hat, sondern auch, wie Vollgas Richtung Rock selbst gereift ist. 2018 stand das Magazin stärker für Nähe zur Szene und Emotion. 2025 zeigt es ein reflektiertes Blickfeld, in dem Entwicklungen und Hintergründe mehr Gewicht bekommen. Früher ging es mehr ums Bauchgefühl, heute um den Kontext. Beides hat seine Berechtigung und genau das ist der Wandel.

Früher vs. heute = Entwicklung, kein Widerspruch

Der alte Bericht wirkt heute nicht falsch, er passt einfach in seine Zeit. Der neue Bericht ist nicht weichgespült, sondern bewusster. Hämatom hat sich verändert, die Szene hat sich verändert und auch die Art, wie man darüber schreibt. Beide Texte zeigen, dass die Band ernst genommen wird. Nur die Perspektive hat sich verschoben: weg vom reinen Eindruck, hin zur Einordnung.

Der Vergleich der Berichte von 2018 und 2025 zeigt deutlich, wie sich Berichterstattung wandelt. Nicht, weil man sich verbiegt, sondern weil Erfahrung dazukommt. Früher laut, heute differenziert. Früher impulsiv, heute reflektiert. Und genau das macht guten Szene-Journalismus aus: mit der Musik, den Bands und der eigenen Haltung zu wachsen, ohne die Wurzeln zu vergessen.

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