KI – Entlastung oder Fluch?

KI kann heutzutage in verschiedenen Bereichen eine große Hilfe sein, im Alltag, im Beruf oder auch beim Hobby. Wer kennt es nicht: Ein Klick, ein Satz, ein Bild, manchmal reicht auch einfach nur ein Wort und zack, hat man ein ganzes Kinderbuch erschaffen. Aber ist es das, was wir wirklich wollen? Was diese Gesellschaft irgendwann einmal ausmachen soll? Wir haben uns ein wenig mit der Thematik auseinandergesetzt, ein paar Studien dazu durchgelesen und euch einen kleinen Einblick zusammengefasst.

Handwerk und künstliche Perfektion

Auch im Musikbereich rückt diese Frage immer näher. Doch sie betrifft nicht nur Musiker. Nutzt ein Fotograf KI lediglich zur Bearbeitung seiner Bilder oder erschafft er damit ein Erlebnis, das niemals stattgefunden hat? Nutzt ein Redakteur sie, um einen Satz zu glätten und Rechtschreibfehler zu finden oder lässt er sich einen kompletten Konzertbericht über einen Abend schreiben, den weder die Maschine noch der Redakteur selbst gesehen, gehört und erlebt hat? Die Frage ist also nicht grundsätzlich, ob wir technische Hilfsmittel benutzen dürfen. Technik gehört schon lange zum kreativen Arbeiten. Fotografen bearbeiten ihre Bilder, Musiker arbeiten mit Aufnahmeprogrammen und digitalen Effekten und Redakteure nutzen Rechtschreibprogramme, Suchmaschinen und andere Recherchehilfen. Der Unterschied liegt darin, wie weit diese Unterstützung geht.

KI hebt diese Möglichkeiten auf ein völlig neues Level. Sie korrigiert nicht mehr nur etwas, das ein Mensch bereits geschaffen hat. Sie kann selbst Bilder erzeugen, Stimmen imitieren, Musik komponieren und komplette Texte verfassen. Dadurch wird es zunehmend schwieriger zu erkennen, was tatsächlich aus eigener Hand entstanden ist und was nicht. Und genau da stellt sich die Frage, wofür Menschen jahrelang eine Ausbildung absolvieren, Erfahrung sammeln und ihr Handwerk perfektionieren? Wenn eine KI mittlerweile binnen weniger Sekunden ein scheinbar fertiges Ergebnis liefern kann. Doch ist dieses Ergebnis deshalb auch dasselbe?

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Unterstützung oder Ersatz?

Eine einfache Schwarz-Weiß-Antwort gibt es darauf nicht. KI kann durchaus ein Werkzeug sein. Ein Musiker könnte beispielsweise eine eigene Idee mithilfe von KI weiterentwickeln oder sich verschiedene musikalische Möglichkeiten anzeigen lassen. Ein Fotograf kann störende Elemente entfernen, Licht und Farben anpassen oder Bildrauschen reduzieren. Ein Redakteur kann sich Rechtschreibfehler anzeigen lassen oder sich bei der Strukturierung einer Recherche unterstützen lassen. In all diesen Fällen bleibt der Mensch derjenige, der entscheidet, was entstehen soll. Anders sieht es aus, wenn die Maschine die eigentliche kreative Arbeit übernimmt. Wenn auf Knopfdruck ein vollständiger Song entsteht, vom Text über die Melodie und Instrumente bis hin zur Stimme. Das Ergebnis kann professionell klingen. Doch dahinter stehen keine Proben, keine Fehler, keine Zweifel, keine persönlichen Erlebnisse und keine jahrelange Entwicklung eines Musikers.

Eine von GEMA und SACEM vorgestellte Studie, für die mehr als 15.000 Musikschaffende und Musikverlage befragt wurden, zeigt beide Seiten dieser Entwicklung. Bereits 35 Prozent der Befragten nutzten KI im Zusammenhang mit ihrer musikalischen Arbeit. Gleichzeitig befürchteten 71 Prozent, dass generative KI dazu führen könnte, dass Musikschaffende künftig nicht mehr von ihrer Arbeit leben können. KI ist also schon lange im kreativen Alltag angekommen. Gleichzeitig wird sie von vielen Künstlern als wirtschaftliche Bedrohung wahrgenommen. Denn wenn künstlich erzeugte Musik in immer größeren Mengen veröffentlicht wird, konkurriert sie auf Streaming Plattformen mit den Werken realer Musiker um Aufmerksamkeit, Reichweite und letztendlich auch um Einnahmen.

Hinzu kommt die nächste Frage: Auf welcher Grundlage hat die KI überhaupt gelernt? Künstliche Intelligenz entwickelt ihr Können nicht aus dem Nichts. Sie wird mit bestehenden Werken trainiert, die zuvor von Menschen komponiert, geschrieben, eingesungen und produziert wurden. Gab es also die Erlaubnis dieser Urheber? Werden sie dafür bezahlt? Und wem gehört ein neuer Song, wenn er nur entstehen konnte, weil ein System zuvor mit unzähligen menschlichen Werken trainiert wurde? Die Diskussion ist nicht theoretisch. Auch die GEMA geht juristisch gegen Anbieter generativer KI vor. Dort geht es unter anderem um die Frage, ob urheberrechtlich geschützte Werke für das Training solcher Systeme verwendet wurden, ohne die Urheber ausreichend zu beteiligen.

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KI generiertes Foto

Wie echt ist noch echt?

In der Fotografie wird die Grenze zwischen Bearbeitung und künstlicher Erschaffung auch immer schwieriger. Ein echtes Foto etwas heller zu machen, störende Elemente zu entfernen oder Farben anzupassen, ist mittlerweile völlig normal. Aber was passiert denn, wenn aus einem echten Foto plötzlich ein völlig anderer Moment wird? Mithilfe von KI können Personen ergänzt, Gesichtszüge verändert, Hintergründe vollständig ausgetauscht oder Menschen an Orte gesetzt werden, an denen sie niemals gewesen sind. Aus einem echten Foto kann so eine scheinbare Erinnerung werden, die in Wirklichkeit nie existiert hat. Gerade bei Konzertfotografien macht das einen gewaltigen Unterschied. Ein Fotograf hält einen tatsächlichen Moment fest. Einen bestimmten Blick des Musikers, die Reaktion des Publikums, das Licht auf der Bühne oder einen Augenblick, den man so nie wieder zurückholen kann. Wird dieser Moment anschließend vollständig künstlich nachgebaut, mag das Bild perfekt aussehen. Eine Dokumentation des Abends ist es dann allerdings nicht mehr.

Ähnlich verhält es sich im Journalismus. KI kann durchaus sinnvoll unterstützen. Sie kann Rechtschreibfehler erkennen, Informationen sortieren, Formulierungen verbessern oder bei der Vorbereitung einer Recherche helfen. Die eigentliche journalistische Arbeit besteht jedoch aus mehr: beobachten, nachfragen, überprüfen, Zusammenhänge verstehen und verschiedene Seiten eines Themas darstellen. Problematisch wird es, wenn ein vollständiger Konzertbericht entsteht, obwohl der angebliche Verfasser gar nicht vor Ort gewesen ist. Eine KI kann eine Setlist auswerten, Informationen über eine Band zusammentragen und daraus einen glaubwürdig klingenden Text formulieren. Was sie allerdings nicht kann, ist selbst in der Halle stehen. Sie weiß nicht, wie das Publikum reagiert hat, ob die Stimmung ausgelassen oder eher verhalten war, wie die Band auf die Menschen vor der Bühne eingegangen ist oder welche unerwarteten Momente diesen Abend vielleicht auch gecrasht haben.

Doch ist KI deshalb automatisch ein Fluch? Sicherlich nicht. Sie kann Menschen entlasten, neue Möglichkeiten eröffnen und vielleicht sogar dazu beitragen, eigene Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen kann sie beispielsweise eine große Unterstützung sein. Auch im Beruf kann sie zeitraubende Abläufe vereinfachen und dadurch mehr Raum für andere Aufgaben schaffen. Die wichtigste Frage lautet nicht, ob wir KI grundsätzlich nutzen sollten. Entscheidend ist, wie wir sie nutzen. Erweitern wir damit unser eigenes Handwerk oder verlernen wir es, weil uns die Maschine die eigentliche Arbeit vollständig abnimmt? Ein Musiker, der KI nutzt, um eine eigene Idee weiterzuentwickeln, hat diese Idee zunächst selbst geschaffen. Ein Fotograf, der kleinere technische Fehler korrigiert, hat den Moment trotzdem selbst eingefangen. Und ein Redakteur, der sich auf Rechtschreibfehler hinweisen lässt, hat dennoch recherchiert, Interviews geführt und das Geschehen selbst erlebt.

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Wenn künstliche Inhalte gekennzeichnet werden müssen

Doch je schwieriger es wird, echte und künstlich erzeugte Inhalte voneinander zu unterscheiden, desto wichtiger wird auch die Frage nach Transparenz. Seit dem 2. August 2026 gelten im Rahmen des EU AI Act bestimmte Transparenzpflichten. Sie sollen unter anderem dafür sorgen, dass Menschen erkennen können, wenn sie mit bestimmten KI-Systemen interagieren oder ihnen künstlich erzeugte beziehungsweise manipulierte Inhalte begegnen. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Deepfakes. Anbieter generativer KI müssen außerdem dafür sorgen, dass entsprechende Ausgaben in maschinenlesbarer Form als künstlich erzeugt oder verändert erkannt werden können. Das bedeutet allerdings nicht, dass plötzlich jeder Satz mit „KI-generiert“ gekennzeichnet werden muss, nur weil ein Rechtschreibprogramm einen Fehler korrigiert oder eine KI einen Satz etwas glatter formuliert hat. Entscheidend ist, auf welche Weise das System eingesetzt wurde und um welche Art von Inhalt es sich handelt. Und genau hier beginnt erneut die schwierige Abgrenzung.

Ist ein vollständig künstlich erzeugtes Konzertfoto eindeutig zu kennzeichnen? Was ist aber mit einem echten Foto, bei dem lediglich der Hintergrund erweitert wurde? Was ist mit einem selbst geschriebenen Bericht, dessen Rechtschreibung mithilfe von KI korrigiert wurde? Oder mit einem Song, bei dem Text, Melodie und Instrumente von den Musikern stammen, während einzelne KI-Werkzeuge bei der Produktion verwendet wurden? Eine Kennzeichnung kann für mehr Transparenz sorgen. Sie beantwortet allerdings nicht die Frage, wie viel menschliche Leistung tatsächlich im Endprodukt steckt.

Deshalb bin ich, Mali, der Meinung und auch davon überzeugt, dass wir durch KI lernen können. Wir dürfen dadurch aber unsere Echtheit nicht verlieren. Dinge selbst zu formulieren, sie mit den eigenen Händen zu erschaffen und mit den eigenen Gedanken niederzuschreiben, ist lebendiger als ein vollständig KI-generierter Text. Ebenso sollte ein Foto weiterhin den Menschen zeigen, wie er wirklich aussieht und nicht ein künstliches Ideal, das mit der Wirklichkeit kaum noch etwas gemeinsam hat. KI sollte uns unterstützen, aber nicht ersetzen. Denn am Ende ist nicht die technische Perfektion das, was uns berührt. Es sind die Erfahrungen, Gedanken, Fehler und Gefühle eines echten Menschen.

Quellen: GEMA-KI-Studie; Informationen der GEMA zu KI-Verfahren; Europäische Kommission zum EU AI Act; Deutschlandfunk zum Einfluss von KI auf Musikschaffende.

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Crew | Redaktion

Schon als kleiner Stöpsel bin ich mit deutscher Rockmusik groß geworden. Die Böhsen Onkelz waren selbst in der fünften Klasse schon Pflichtprogramm. Eine kurze Abschweifung in ein anderes Genre hat mich trotzdem wieder sehr schnell auf die richtige Bahn gebracht.

Kurze Zeit später fanden auch Musikrichtungen wie Punkrock, Metal oder Alternativrock ihren Weg zu mir. Ich bin offen für Neues aber meiner Linie werde ich auf ewig treu bleiben.

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