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Vulkanausbruch auf dem Basaltbeben 2024

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In der Nähe des Öchsenbergs, einer der nördlichsten Berge in der Rhön, befindet sich etwa drei Kilometer weiter Richtung Norden die Stadt Völkershausen. Am 01.06.2024 fand das Basaltbeben auf der ortseigenen Freilichtbühne statt und brachte den längst erloschenen Vulkan erneut zum Ausbruch. Der sozial engagierte eingetragene Verein, welcher zum dritten Mal als Veranstalter fungierte, ließ es sich nicht nehmen, für ihr sehr familiäres Festival die Bands ALARM, Todsünde, Donnerbalken, ErnstFall, Ochmoneks, Local Bastards und als Headliner Eizbrand zu verpflichten.

ALARM eröffneten am Samstag schwungvoll das Basaltbeben mit dem Song „Kopf oder Zahl“ das Festival. Über gezielte Ansagen und mit ihrer aktuellen Single „Egoisten“ versuchten sie das noch etwas müde wirkende Publikum zu erwecken. Es war der Band anzusehen, dass sie Spaß an ihrem Auftritt hatte. Auch das streikende Mikrofon bei dem Song „Ich liebe das Leben“ konnten sie zügig wieder zur Mitarbeit bewegen.

Als Todsünde die Bühne betraten, schien die Temperatur auf dieser um einige Grad gestiegen zu sein.   Sänger Erik verlief bereits beim ersten Song „Herzjagd“ die Schminke im Gesicht. Er nahm es mit Humor und brachte mit „Licht und Schatten“ weiter die Bühne zum Erbeben.  So langsam schien das Publikum sich ihrem Dasein bewusst. Der Bereich vor der Bühne füllte sich zunehmend. Mit „Das ist Zorn“ beendeten Todsünde ihren Auftritt.

Animationsprogramm nach dem Platzregen

Obwohl das Wetter, hingegen aller Vorhersagen, es bis zum Zeitpunkt des ErnstFall Auftrittes gut mit allen Beteiligten meinte, konnte eine wirklich nasse Regendusche nicht vermieden werden. ErnstFall trotzten dem Wetter und starteten mit „Land meiner Träume“ ihre Bühnenshow. Zu Wasser gehören Wasserbälle, dachte sich die Band und warf kurzerhand entsprechendes Spielzeug in die Menge, welches von selbst die Bewegung anregte. Bei „Jungs bleiben Jungs“ war der Regen Vergangenheit und das Publikum ausreichend in Fahrt. Neben Beer Pong auf der Bühne, gab es ebenfalls eine reichlich feuchte Bierdusche bei „Festivalzeit“ im Moshpit.

Die Ochmoneks begannen ihre Show mit dem Song „In schwarzer Tinte“. Das gleichnamige Album ist seit dem 17.05.2024 auf dem Markt. Kurz nach Beginn ihrer Show kam es im Moshpit zu einer aggressiven körperlichen Auseinandersetzung, die Sänger Dirk kurz beobachtete und dann sofort via Mikrofon einschritt. Er unterbrach den Auftritt und stellte deutlich dar, dass er solche Verhaltensweisen nicht billige. Respekt an dieser Stelle. Die Securitys entfernten die Beteiligten vorübergehend und die Show konnte fortgesetzt werden. Die Band fand sich schnell ins Set zurück und präsentierte neben „Unbesiegbar“ auch den Klassiker „Roland Kaiser“.

Die aus Hessen stammende Band Local Bastards hatte ihr Publikum mit dem Lied „Wir sind Rock ’n’ Roll“ von Anfang an voll im Griff und steigerten die Temperatur um weitere Grad Celsius. Der Moshpit war in fester Hand der Bastard-Anhänger, sodass viele Besucher lieber auf den Rängen Platz nahmen, anstatt vor der Bühne zu feiern. Die Stimmung war bei Songs wie „Rattenfänger“ und „Frei zu sein“ dennoch überragend und es wurde immer heißer. Die Lava begann zu sprudeln, Pyro machte sich breit.

Mit überwältigender Energie zum Vulkanausbruch

Die Bühne erschien in rotem Licht, sanfter Nebel breitete sich aus. Es knisterte, es wurde heißer und die Menge war bereit völlig zu eskalieren. Das Intro startete, erst zaghaft und dann immer kräftiger stiegen die Zuschauer in die Melodie ein. Und dann war es endlich so weit. Eizbrand, die das Festival das dritte Jahr in Folge bereicherten, betraten als Headliner die Bühne und präsentierten „Verbrennungen 3. Grades“ aus dem gleichnamigen Album, welches in diesem Jahr Platz 6 der Offiziellen Deutschen Charts erreichte. Der Raum füllte sich, Energie breitete sich aus, bereit die Akkus der Fans aufzuladen. „Schrei lauter“ ertönte und wurde von den Fans prompt angenommen, bevor es später zu einer gewohnten, ruhigen und nachdenklichen Phase im Set überging. „Was auch passiert“ und „Hast du heute schon“ ließen einige Tränen über die Gesichter gleiten. Für Fans der Band ist dieser Part ein emotionale Grenzerfahrung. Danach ging das Licht aus, Sekunden vergingen und plötzlich stand das Basaltbeben in roten Flammen. „Feuer“ ertönte und der Vulkanausbruch war perfekt. Den Höhepunkt der Show leiteten Eizbrand mit „Konfetti“ ein, welches die Freilichtbühne nachhaltig bunt überdeckte.

Donnerbalken betraten um 00.30 Uhr die Bühne und hatten Bock, ihre abwechslungsreiche Show dem noch standhaften Publikum zu präsentieren. Neben Coverversionen wie „Ich tu dir weh“ von Rammstein oder „TNT“ von AC/DC konnten sie die Meute ganz besonders mit Klassikern von Frei.Wilds „Arschtritt“ und den Hymnen der Böhsen Onkelz „Auf gute Freunde“ und „Erinnerung“ mitreißen.

Soziales Engagement zahlt sich aus

Für die am Freitag im Vorprogramm aufgetretene aus der Umgebung stammende Schülerband Bozzys konnte eine beachtliche Summe an Spenden gesammelt werden. Die Freude darüber war ihnen sichtlich anzusehen.

Die Versteigerung zu Gunsten der Kindertagesstätte Kinderland Völkershausen war ein voller Erfolg. Hierzu wurden im Vorfeld über viele Monate Sachspenden von Bands der Szene angehäuft, die während der Veranstaltung an glückliche Ersteigerer und Neubesitzer übergeben werden konnten.

Das Basaltbeben findet im nächsten Jahr am 14.06.2025 statt.

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Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

"Ich glaube, dass unser Uhrwerk sich dreht.
Ich glaube, dass die Zeit nie stillsteht.
Ich glaube, alles passiert, wie es muss.
Ich weiß, dass alles gut wird zum Schluss."
(Eizbrand)

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