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Geschichten aus dem Leben eines WILLKUER Tontechnikers

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Wolfgang von Kärbholz, Mario von JEANLUC, Kurt von Unantastbar und Jan, Tontec von Rebel Tell/Neurotox/Ochmoneks waren sehr offen und haben uns gerne einen Einblick in ihr Leben als Tontec gewährt. Auch der Tontechniker von WILLKUER hat sich nicht lumpen lassen und uns unsere Fragen beantwortet.

Maxi unterwegs in einer Doppelrolle!

VRR: Erzähl uns bitte wie du heißt, woher du kommst, wie alt du bist, wie lange du bereits als Tontec arbeitest und mit welcher Band du unterwegs bist.

Maxi: Ich heiße Maxi, bin 30 Jahre, komme von der Schwäbischen Alb und seit 2013 als Tontechniker unterwegs.

VRR: Wie bist du Tontechniker für diese Band geworden? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Maxi: WILLKUER hatte zu den Anfangszeiten (mit Covermusik) eigentlich keinen festen Tontechniker. Hier hat immer die lokale Technikfirma das Material/Personal gestellt. Das hat natürlich mal besser oder schlechter funktioniert. Einen konstanten Sound kann man mit wechselnden Technikern meistens nicht erreichen. Im letzten Jahr der Covermusik-Zeit bin ich dann als Techniker durch Zufall dazukommen und habe auf einem Motoradclub-Fest ausgeholfen. Seit diesem Auftritt bin ich Teil der Band. Als dann die Idee zur eigenen Musik kam, war ich bereits seit kurzer Zeit fest integriert.

Foto: Maxi

VRR: Wie bereitest du dich auf einen Einsatz mit der Band vor? Probt ihr vorab zusammen?

Maxi: Hier ist der große Vorteil, dass WILLKUER die komplette Technik-Backline (Mikrofone, Funk-InEar, Mischpulte, Stative, Kabel, etc.) fest im Proberaum hat. Daher proben die Jungs das ganze Jahr so wie sie eben auch auf Tour auch spielen. Eine Erleichterung für mich ist natürlich ebenfalls, dass Moritz (Sänger der Band) auch Tontechniker war und den Monitorsound der Musiker einstellt. Somit kann ich mich bei den Auftritten voll auf die Publikums-Beschallung fokussieren. Ich komme dann bei den letzten Proben vor jedem Tourauftakt dazu. Somit haben wir bereits ein gutes Grundsetup und sind beim Aufbau/Soundcheck wirklich richtig schnell. Sollte es mal keinen Soundcheck geben, dann kann ich mit dem Grundsetup aus der Probe starten und brauche meistens nicht lange bis man die Band anhören kann. Ebenso haben wir (leider) schon öfters zeitliche Verschiebungen bei Auftritten/Festivals gehabt. Hier ist die Band dann aus Zeitgründen komplett ohne Soundcheck-/Line-Check auf die Bühne und hat einfach losgelegt.

VRR: Wie sieht dein Tag aus, für welchen dich die Band engagiert hat?

Maxi: Bei WILLKUER habe ich mittlerweile eine Doppelrolle als Tontechniker und Tourmanager. Daher startet meine Arbeit bereits lange bevor wir zum Konzert fahren. Quasi ab der Anfrage vom jeweiligen Veranstalter bin ich mit im Boot und kümmere mich um den reibungslosen Ablauf des gesamten Tages für die Band-Produktion. Wenn wir dann zum Event fahren, ist die meiste Arbeit/Planung bereits erledigt. Der Ablauf am Showtag ist dann meistens recht ähnlich. Wir laden die mitgebrachte Technik/Backline/Merch aus und bauen alles auf. Als große WILLKUER-Band/Crew-Familie helfen hier wirklich alle mit! Nach dem Soundcheck haben wir meistens relativ viel Zeit bis zur Show. Wenn es sich hier anbietet, schauen wir uns die jeweilige Stadt an. Eine Stunde vor der Show treffen wir uns dann hinter der Bühne und stimmen uns gemeinsam auf diese ein.

VRR: Welche Schwierigkeiten begegnen dir bei einem Event mit der Band?

Maxi: Durch die Vielzahl der unterschiedlichen Größen der Shows, die wir aktuell spielen, ist das natürlich von Event zu Event unterschiedlich.

VRR: Wo liegen die größeren Herausforderungen: in einer Location bis 250 Personen, in einer Halle bis 1.000 Personen oder bei einem Festival? Warum?

Maxi: Bei kleinen Locations ist die Raumakustik natürlich meine größte Herausforderung. Hier kommt relativ viel Sound noch direkt von der Bühne oder der Decke zurück. Somit bin ich beim Soundcheck meist direkt in Kontakt mit unserem Schlagzeuger. Hier geht es dann darum, dass wir den Sound von der Bühne möglichst geringhalten und so viel wie möglich nur von den Lautsprechern an Sound im Publikum haben. Das ist in den kleineren Locations wirklich eine Herausforderung. Hier muss man schon einmal Kompromisse eingehen, um auf ein akzeptables Ergebnis zu kommen.

In größeren Locations ist das meist besser, da hier der Sound von der Bühne meistens keine große Rolle mehr spielt. Bei einem Festival, je nach Größe/Budget, stehen hier recht unterschiedliche Beschallungsanlagen zur Verfügung. Bei größeren Festivals wie der G.O.N.D. oder beim Alpen Flair habe ich immer sehr viel Freude – natürich auch bei uns auf dem WILLKUER Heimspiel. Hier stehen wirklich professionelle Beschallungssysteme, welche gut abgestimmt worden sind, zur Verfügung. Dort kann ich dann am Mischpult stehen und sicher sein, dass der Sound auf dem ganzen Gelände gleichbleibend sein wird. Dies ist leider nicht überall der Fall und so muss ich leider immer mal wieder Kompromisse eingehen und den Sound bestmöglich anpassen, dass es noch überall auf dem Gelände einigermaßen akzeptabel klingt.

VRR: Line-Check: ist das Segen oder Fluch und warum?

Maxi: Relativ egal. Natürlich ist ein richtiger Soundcheck immer besser als ein Line-Check, vor allem für meine Nerven. Denn sobald ich nach dem Soundcheck weiß, dass alles funktionstüchtig ist, kann ich viel beruhigter zur Show gehen.

Foto: Maxi

VRR: Was geht erfahrungsgemäß am häufigsten kaputt und wie gehst du damit um?

Maxi: Durch die gute Vorbereitung bei WILLKUER kommt das quasi nicht vor, dass wir wirkliche Probleme/Störungen haben. Dennoch kann es immer mal sein, dass wir beispielsweise Funkprobleme, Kabelprobleme oder ähnliches haben. Aber dank der gut funktionierenden WILLKUER-Crew bemerken das meist die Konzertbesucher gar nichts und es wird schnell gelöst.

VRR: Beruf oder Berufung? Hast du dir das notwendige Wissen selbst angeeignet oder hast du eine professionelle Ausbildung im Bereich der Tontechnik?

Maxi: Ich bin, nur durch Zufall in die Tontechnik gekommen. Eine Ausbildung hatte ich hierfür nicht. Mich hat das Thema Technik aber schon immer begeistert. Tatsächlich bin ich aber der Meinung, dass die Theorie das eine ist, aber die Live-Erfahrung das andere. Auch heute lerne ich noch jede Tour etwas dazu.

VRR: Was war dein bisher schlimmstes Ereignis, dein größter Fauxpas, dein peinlichster Moment als Tontec?

Maxi: Mit WILLKUER gab es den Moment zum Glück bisher noch nicht. In der Zeit davor und vor allem ganz am Anfang fehlten noch die Erfahrungswerte. Ich erinnere mich hier an ein Zeltfest mit knapp 2.000 Besuchern, bei dem wir mit der Technik/Band viel zu spät mit dem Aufbau beginnen durften. Hier waren wir beim Einlass noch nicht fertig und erst eine Stunde danach konnten wir einen kurzen Linecheck machen und starten. Durch die Erfahrung bin ich in der Vorbereitung viel akribischer und genauer geworden.

VRR: Vielen Dank Maxi, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

"Ich glaube, dass unser Uhrwerk sich dreht.
Ich glaube, dass die Zeit nie stillsteht.
Ich glaube, alles passiert, wie es muss.
Ich weiß, dass alles gut wird zum Schluss."
(Eizbrand)

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