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BLACKOUT: Eventmanagement & more

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Lesedauer
3 Minuten

Aufmerksamen Festivalbesuchern ist vermutlich schon häufiger der Name BLACKOUT Eventmanagement & more untergekommen. Doch was hat ein Unternehmen in der Pandemie gemacht, das sich üblicherweise um Licht und Ton bei Veranstaltungen kümmert?

 VRR: Wie würdest Du einen klassischen Arbeitstag in Zeiten von den pandemischen Maßnahmen beschreiben? 

Blackout (Fred): Total strange eigentlich, denn so etwas wie einen klassischen Arbeitsalltag kann es zu Zeiten von pandemischen Maßnahmen eigentlich gar nicht geben und ich werde mich auch bis zur letzten Sekunde dagegen wehren, in Pandemiezeiten so etwas wie Routine aufkommen zu lassen. Das passt einfach nicht zur Philosophie unseres Unternehmens. Vielleicht kann ich deine Frage am besten mit der größten Veränderung bei mir persönlich beantworten: Vor Corona haben wir als Nachtmenschen unser Geld damit verdient, bis in die frühen Morgenstunden zu arbeiten und dementsprechend begann der folgende Arbeitstag in der Regel auch erst etwas später am Vormittag. Jetzt ist es genau anders herum. Ich sitze schon sehr sehr früh im Büro und kümmere mich mit meinem Team darum, dass unsere aktuellen Geschäftsfelder reibungslos funktionieren. Vor zwei Jahren hatte ich noch überhaupt nicht auf dem Schirm, dass so früh morgens unsere Rechner auch schon laufen können. (lacht)

Arbeitsalltag während Corona

VRR: Wie sehr hat sich der Arbeitsalltag seit Corona verändert? 

Blackout (Fred): Um es mit einem Wort zusammenzufassen: Komplett. Wir kommen aus dem Musik- und Eventbereich und unser Alltag hat sich durch Aufgabenstellungen rund um Tourneen, Konzerte, Festivals oder Businessevents definiert. Und da wollen wir, um das einmal ganz klar zu sagen, auch wieder hin. Aktuell bestimmen aber eben andere Themen unsere Arbeitstage: Impfzentren, Personalplanung und -überlassung, Transporte, Sicherheitsdienst, Messebau, Werbetechnik. Einiges davon haben wir vor Corona schon angeboten, diese Zweige haben wir nun massiv ausgebaut. Einiges davon hat sich erst durch Corona ergeben, da wir uns ab der ersten Pandemie-Sekunde aktiv gegen den Stillstand entschieden und direkt nach neuen Wegen gesucht haben. Es gibt auch konkrete Pläne, einen Teil unserer aktuellen Tätigkeitsfelder auch in Zukunft weiter anzubieten, wie beispielsweise die Sondertransporte. Aber auch das Thema Broadcasting, das durch unser Corona-Concerts-Studio viel Fahrt aufgenommen hat. Denn auch hier stehen spannende Projekte für diverse Kunden vor der Tür.

Perspektiven für Arbeitnehmer

VRR: Neben den bekannten Problemen, gab es auch positive Erfahrungen und Wendungen?

Blackout (Fred): Klar gab es die: Am wichtigsten hierbei war dabei unsere Arbeit für die Impf- und Testzentren sowie für die Krankenhäuser der Region. Wir wurden angefragt bezüglich der Sicherung der Krankenhäuser mit unserem Security-Personal sowie Unterstützung bei der eiligen Infrastruktur, als die ganzen Testzentren der Region durch die Landkreise errichtet wurden. Anscheinend haben wir da einen guten Job gemacht, denn als es um den Aufbau der Impfzentren ging, klingelte bei uns wieder das Telefon. Da ging es dann nicht nur um Knowhow und Material, sondern auch um das ganze Personal im nichtmedizinischen Bereich. Wir haben Anfang 2021 über 200 Menschen einen zeitlich befristeten Job geben können, darunter auch viele Kollegen aus der Branche sowie der Gastro und der Hotellerie. Somit konnten wir auch hier an anderer Stelle helfen und eine Perspektive geben. Das ist einfach ein gutes Gefühl und durchaus die positivste Begebenheit der letzten Jahre.

VRR: Wie sehr unterscheidet sich diese Arbeit vom klassischen Konzertalltag? Beleuchte uns hier gerne einmal direkte Vergleiche. 

Blackout (Fred): Es gibt sogar einige wenige Schnittmengen, wenn man ein Impfzentrum mit einem Event vergleicht. Kunden mit einem Termin/Ticket kommen, gehen gesund und munter in die Location, werden zielgerichtet und zuvorkommend behandelt und verlassen die Location nach der Veranstaltung wieder gesund und munter. Diese Abläufe und Themenfelder, sprich Zugangskontrolle, Besucherlenkung, allgemeine Sicherheit und so weiter, ähneln sich. Auch bei der Konzeption und beim Bau der Impfzentren fließt natürlich viel Knowhow aus unserem normalen Leben mit ein. Stichworte Messebau, IT-Infrastruktur, Netzwerke, Strom, Multimedia und so weiter und so fort. Ansonsten die Unterschiede: keine Musik, keine Bühne, kein Tourleben, kein Rock´n´Roll. So einfach.

Solidarität in der Kulturbranche

VRR: Wenn Du 2020 und 2021 Revue passieren lässt, welche Momente (positiv als auch negativ) haben sich bei Dir fest verankert?

Blackout (Fred): Positiv: Durch Corona hat sich schnell und deutlich gezeigt, was für eine Solidarität in der Kulturbranche untereinander herrscht. Egal ob Partner oder Konkurrent, in einer Ausnahmesituation wurde und wird ohne Zögern gegenseitig unterstützt, geholfen und gepusht. Negativ: Mit sehr viel Schmerz mussten wir leider lernen, dass die Kultur in Deutschland sowohl in der Politik als auch in weiten Teilen der Gesellschaft keine Lobby besitzt und als austauschbar angesehen wird. Das ist in vielen Nachbarländern komplett anders. Da wurde viel mehr unternommen, um die Branche zu stützen und zu erhalten. Ein Blick in die Schweiz beispielsweise würde hier guttun, denn da zählt ein steuerzahlender Kulturbetrieb nicht weniger als beispielsweise die verarbeitende Industrie. Aber ich will an dieser Stelle nicht zu politisch werden. Ich bin und bleibe Optimist.

VRR: Du bist nicht nur als Optimist, sondern auch als Freund verrückter Ideen bekannt. Gibt es zum Abschluss hier etwas Neues zu vermelden?

Blackout (Fred): Aber klar doch, sonst wären wir ja nicht Blackout! (lacht) Wir haben zuletzt spontan einen Blackout-Jahresrückblick über das krass-komische Jahr 2021 gedreht. Das war ein großer Spaß und ist auf YouTube zu bewundern. Da meine Crew glücklicherweise genauso verrückt ist wie ich, haben wir sofort alle Blut geleckt und ein Konzept für ein firmeneigenes Broadcasting-Format geschrieben. Jetzt produzieren wir regelmäßig Infotainment-Filme, die einen Einblick in unsere Firma und unsere Projekte geben sollen. Informativ, aber eben im Blackout-Style – immer mit einem fetten Augenzwinkern. Wer sich das einmal anschauen mag, checkt einfach unsere sozialen Kanäle!

Das Komplette Interview bekommt ihr in unserer aktuellen Ausgabe. Jetzt bestellen! 

Marco Stahl
2010 infizierte mich Broilers bei meinem ersten "richtigen" Live-Konzert in der noch alten Batschkapp in Frankfurt. Seit jeher war mein Werdegang geebnet und mit wachsender Begeisterung gründete ich 2017 dann Vollgas Richtung Rock. Mein Motto: "Man lernt nicht zu sprechen, um dann das Maul zu halten". -Foiernacht

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