Die Jungs von „BRDigung feierten die letzten Konzerte ihrer „Zeitzünder-Tour“ und wir erwischten Julez vor dem Auftritt in Nürnberg zum Interview.

Von links: Alex, Jonzen, Lisa, Julez, Sven

Das Interview:

Lisa: Zeitzünder ist auf Platz 8 der Albumcharts eingestiegen. Wie geil ist das bitte?

Julez: Das ist sehr geil! Wir haben uns richtig gefreut und entsprechend gefeiert.

Lisa: In Alsfeld hat mir Jonzen gesteckt, dass ihr ziemlich aufgeregt und unsicher wart, ob die neuen Lieder gut ankommen. Wie ist das heute?

Julez: Bei den ersten Konzerten ist das immer so, jetzt aber nicht mehr. Wir wählen die Setlist entsprechend, dass es für uns cool ist und wie die Songs live am besten wirken. Es gibt welche, bei denen wir wissen, dass es Albumtracks sind und die spielen wir dann auch nicht. Bei anderen wissen wir, dass sie live gut ankommen werden. „Mein Lied im Radio“ ist einer davon und da war von Anfang an klar, dass der ins Set kommt. Bei „Pures Gift“ waren wir uns unsicher und haben ihn aber trotzdem mit hinein genommen, weil wir ihn spielen wollten und geil finden. Wir freuen uns natürlich wahnsinnig, dass er bei den Leuten auch so gut ankommt. Mittlerweile ist es Routine geworden. Nur bei den ersten zwei Dates ist es etwas anderes, weil man nie weiß, was passiert und man noch nicht so eingespielt ist.

Lisa: Ich habe die Ohren aufgesperrt und der ein oder andere behauptet, dass eure Musik mit der Zeit und dem neuen Album weich geworden wäre. Wie stehst du dazu?

Das aktuelle Album: Zeitzünder

Julez: Das sind Leute, die uns das seit dem ersten Album vorwerfen. Ich finde nicht, dass es weich geworden ist, denn wir haben immer noch dieselben Elemente in unseren Liedern wie vorher. Du meinst vielleicht ein paar Leute aus dem Internet und das sind auch meistens die, die am lautesten brüllen. Die Zahlen lügen nicht – Platz 8 ist Platz 8! Das sind Fakten und über Fakten kann man nicht diskutieren. Was soll ich mich daran aufreiben, ob es zu hart oder zu weich für die Leute ist?

Lisa: Hältst du Social Media für einen Fluch oder Segen?

Julez: Beides! Es ist ein Fluch in dem Sinne, was und wie viel man von sich preisgibt. Es geht irgendwann auch zu sehr ins Privatleben, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin relativ präsent, gewähre den Leuten aber auch nicht zu viel Einblick. Auf der einen Seite ist es schon manchmal nervig, aber wenn jemand Fragen hat oder einfach schreibt wie das Konzert war, dann schreibe ich auch zurück. Wenn man mich kontaktieren möchte, dann kann man das machen. Zumindest über Instagram, auf Snapchat bin ich ein bisschen aktiv, nur auf Facebook habe ich keinen Bock mehr. Es macht ja auch Spaß, die Leute sind meistens total nett und wenn jemand aufdringlich wird, grenzt man sich eben ab.

Lisa: Inwieweit beeinflusst das Projekt BRDigung dein Privatleben?

Julez: Es nimmt schon sehr viel Zeit in Anspruch und es wird immer mehr. Mein letzter richtiger Urlaub war bestimmt vor 10 Jahren. Ich hatte mir fest vorgenommen dieses Jahr Urlaub zu machen, aber ich weiß genau, dass es wieder nicht klappt. Geplant ist es für nächstes Jahr definitiv, allerdings kommt auch da wieder einiges auf mich zu.

Lisa: Was kommt denn da auf dich zu?

Julez: Die Vorproduktion vom neuen Album. Man macht ja immer weiter und weiter und 2020 kommt dann das Nächste. Außerdem nehmen wir hier auf der Tour noch unser Live-Album auf, das Ende des Jahres oder nächstes Jahr mit einer Behind the Scenes DVD rauskommen soll.

Lisa: Was ist nach der Tour los? Ihr seid noch auf einigen Festivals… und wo sieht man euch danach noch?

Julez: Das wird sich zeigen. Die Festivals stehen an, die Produktion vom neuen Album und wir haben auch 15 Jahre BRDigung. Da werden wir noch ein cooles Jubiläums-Package schnüren und es auch live bespielen. Darüber machen wir uns aber genauere Gedanken, wenn ein bisschen Ruhe eingekehrt ist. Ich würde mir gerne auch ein Wochenende gönnen, wo ich nur für mich bin und danach geht es dann weiter.

Lisa: Was hat es eigentlich mit eurem Einhorn auf sich? Gibt es eine Story dazu?

Julez: Wir wollten immer ein Bandmaskottchen haben, hatten es aber jedes Mal verworfen, weil uns nichts einfiel. Dann wurde bei dem GEZ-Video alles per Hand gezeichnet und wir sollten dazu Ideen abgeben. Es ging darum, dass das GEZ-Gebäude „gefickt“ wird. Ich wollte, dass der eine ein Schwert in der Hand hält und noch ein Einhorn auftaucht und so weiter. Als wir dann gesehen haben, wie das Vieh reinfliegt, wussten wir sofort, dass wir das als Maskottchen nehmen und ja… die Leute stehen drauf!

Hier könnt ihr einen Blick auf das Video zu „Sprengt die GEZ“ werfen:

Weiter im Text

Lisa: Wie sind deine Pläne für die Zukunft?

Julez: Eine meiner Stärken ist, dass ich ganz genau weiß, wo ich als nächstes hin möchte. Das ist generell im Leben die halbe Miete und man muss nur schauen, wie man da hin kommt. Bisher läuft alles nach Plan, aber zu sehr möchte ich mir nicht in die Karten schauen lassen. Solang wir Kraft haben wird es immer weiter gehen.

Lisa: Möchtest du denn an den Erfolg von deinen Labelkollegen anknüpfen? Bei „Rookies & Kings“ sind einige unter Vertrag, die wirklich sehr erfolgreich sind.

Julez: Was heißt anknüpfen? Ich sehe es nicht als Konkurrenz, denn jede Band hat dort ihre Daseinsberechtigung und ist entsprechend erfolgreich, was uns natürlich auch freut. Es wird Zeit, dass Bands wie wir und natürlich auch die Kollegen so hoch in den Charts platziert werden, wenn man das ganze andere Zeug dort betrachtet. Es ist schön, dass auch andere auf uns aufmerksam werden, denn in dem Sinne gehören wir nicht dazu. Da ist es ganz geil einstellige Chartplatzierungen zu erhalten, sodass andere rüber gucken und sich fragen, was wir da machen und wer wir eigentlich sind.

Lisa: Zum Schluss sollten wir noch nach deinen Socken fragen. Deine Kollegen haben erzählt, dass du einen Unterwäschefetisch hättest.

Julez: Ja, meine Band hat einen Socken- und Unterwäschefetisch. Das ist nichts Großartiges – einfach die besten Socken der Welt! (zeigt Socken) Das sind „Stance„-Socken und die sollte man tragen und wenn man sie nicht trägt, weiß man nicht was Socken bedeuten. Die sind übelst bequem und wenn man sich einmal ein Paar geholt hat, trägt man nur noch die. Das gleiche gilt für „Jockey“. Wir tragen alle Jockey, denn das sind die bequemsten Shorts. Man kann irgendeine Scheiße tragen oder man trägt halt Jockey. Ja, wir sind behindert!

Schlusswort:

Da wollen wir nicht widersprechen und sagen: Danke für die Zeit und freuen uns auf die kommenden Projekte. BRDigung überzeugen nicht nur mit dem aktuellen Album, sondern auch mit ordentlich Power auf der Bühne. Professionell aufgestellte Chaoten mit ambitionierten Zielen, die auf jeden Fall das Potential haben, noch viele Jahre ihre Fans begeistern zu können.

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