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Emigrate – THE PERSISTENCE OF MEMORY – VÖ 12.11.2021

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Aus einem einmaligen Bandprojekt ist mehr geworden – Emigrate haben ihr viertes Album veröffentlicht.  Das Album besteht laut Richard Kruspe aus einer Sammlung an Titeln und Ideen aus der Historie der Bandgeschichte und den passenden Titel THE PERSISTENCE OF MEMORY.

Duett mit Till Lindemann 

Bei Rammstein ist es doch so, dass die Musiker wie in ein enges Korsett gezwängt sind und eine persönliche Entfaltung eher schwierig ist. Bei Emigrate kann sich Richard Kruspe austoben und seine Inspiration freien Lauf lassen. In den Vorgänger-Alben gab es auch immer zahlreiche Gastbeiträge, in diesem Album ist es auf einen beschränkt. Bandkollege und Rammstein-Frontmann Till Lindemann singt zusammen mit Kruspe „Always on my mind“ von Elvis Presley.  

Das Album – irgendwie ein ganz besonderes Juwel, denn die neun Songs vereinen Ideen, die Richard Kruspe in fast zwei Jahrzehnten gesammelt hat. Die Stilrichtung ist somit vorgegeben: Industrial Rock, Rock mit elektronischen Elementen, immer melodiös, mitreißend, tiefgängig. Beinahe hätten die Stücke nur als Beiwerk das Licht der Welt erblickt: der ursprüngliche Gedanke war es, eine Vinyl-Box der ersten drei Alben mit einer Zusatzplatte zu veröffentlichen. Auf dieser Bonus-LP sollten sich Songs zusammenfinden, die nicht veröffentlicht worden waren.  

Kramen im Archiv 

Doch der Frontmann tauchte in seine Festplatten und hörte Ideen, Songs, Lyrics, die unbedingt an die Öffentlichkeit wollten. Kruspe fing Feuer, arbeitete sich tief in seine musikalischen Bilder von heute, gestern und vorgestern hinein. „Eine gute Idee bleibt eine gute Idee”, ist er überzeugt und so arrangierte er um, textete neu, nahm Teile frisch auf, ließ den Mix renovieren und verpasste den neun vorliegenden Songs einen zeitgemäßen und dennoch zeitlosen Anstrich.  

“Hypothetical” wurde gar schon (damals mit Marilyn Manson als Gastsänger) auf SILENT SO LONG (2014) veröffentlicht. Doch Resteverwertung liegt Kruspe fern.  THE PERSISTENCE OF MEMORY Sounds der Achtziger und Zweitausender, Dark Wave, Industrial Metal und Pop; mal dominiert die gotisch-dunkle Seite (“You Can’t Run Away”, “Blood Stained Wedding”), mal die zackig rockende (“Hypothetical”), mal die radiotaugliche (“Come Over”) – zumeist aber fließt alles zu Ohrwürmern mit starken Melodien, groovenden Riffs und treibenden Synthies (“Freeze My Mind”, “Yeah Yeah Yeah”, “Rage”) zusammen. 

THE PERSISTENCE OF MEMORY– eine Resterampe? 

Dafür, dass Emigrate ursprünglich nur drei, vier neue Songs veröffentlichen wollten, ist THE PERSISTENCE OF MEMORY ein tolles Album geworden.  

Kruspe blieb sich beim vierten Studioalbum treu. Allerdings muss man auch sagen, dass gegen Endes Albums die Song oft ähnlich klingen. Einzig „Hypothetical“ hat wieder Tempo und rockt. Trotzdem ist das Album mehr als eine „Resteverwertung“ und erhält 4 von 5 Sternen.  

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