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Einheit 13 – Bandvorstellung

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Lesedauer
2 Minuten

Was macht eine Band, wenn ihr das Genre, das sie eigentlich bedienen würde, musikalisch gesehen zu festgefahren erscheint? Sie erschafft sich einfach ein eigenes. So haben es zumindest die Jungs von Einheit 13 gemacht, denn sie nennen ihren Stil „German Melodic Rock“. Abgesehen davon, welchem Genre sie zuzuordnen sind, ist das, was sie liefern wirklich gut.  Durchdachte, individuelle Texte zu Themen, die jeden betreffen können, werden untermalt mit melodischem E-Gitarren-Sound.

Familienväter auf der Flucht

Aber wer ist Einheit 13 eigentlich? Es handelt sich um eine vierköpfige Band aus Thüringen, bestehend aus Sänger und Gitarrist Stefan, Drummer Tobi, Gitarrist Christoph und Bassist Daniel, besser bekannt unter seinem Spitznamen Paula. Alle sind Familienväter, für die der Proberaum eine Zuflucht darstellt, um dem Alltag für kurze Zeit zu entfliehen. Außerdem lieben sie Musik und das hört man auch. Seit 3 Jahren existiert die Band in dieser Besetzung. Die Mitglieder haben aber natürlich nicht erst 2017 mit der Musik angefangen, sondern brachten schon Erfahrung mit.

Ausverkauftes Erstlingswerk

2018 veröffentlichten die Vier ihr Debütalbum ARMAGEDDON, welches für ein Erstlingswerk sehr gut ankam, denn der Tonträger ist zwischenzeitlich ausverkauft. Das nächste Album ist für den Sommer geplant. Wer nicht das Glück hat, ARMAGEDDON sein eigen zu nennen und sich vor dem Erscheinen der neuen Platte schon einmal ein Bild von Einheit 13 machen möchte, kann die älteren Sachen natürlich noch auf allen gängigen Online-Portalen streamen.  Die Songs wie beispielsweise „Letzter Held“ und „Einmal“ zeugen von der Lebenserfahrung der Band und sind auf jeden Fall hörenswert.

Eine Band im Knast

Die vom Leben geprägten Texte kamen vermutlich auch genau deshalb so gut bei den Insassen der JVA Hohenleuben an, als Einheit 13 dort 2018 auftraten.  Dieser Auftritt war ein persönlicher Wunsch von Sänger Stefan, der dafür durch Johnny Cash und seine soziale Ader inspiriert wurde. Ein solches Konzert ist natürlich etwas Besonderes, sowohl für die Häftlinge, als auch für die Band, die ihre Eindrücke danach ausführlich auf ihrer Homepage schilderte. Der neueste, eben auf Facebook veröffentlichte Song, der auf dem neuen Album erscheinen wird, sich aber momentan noch im Mix-Status befindet, wurde vermutlich ebenfalls von diesem Erlebnis inspiriert. Er thematisiert den Alltag eines Häftlings und dessen Rückkehr in die Gesellschaft und enthält Textzeilen, wie „flieg über Stacheldraht“.

Fazit

Einheit 13 sind eine relativ neue Band, aber unerfahren sind sie deshalb nicht. Die Texte erzählen von ganz normalen Erlebnissen, Wünschen und Sehnsüchten, die jeder nachvollziehen kann. Da das Debütalbum schon ein Erfolg war, können wir gespannt sein, wie ihre nächste Platte ankommen wird. Der bisherige Sound ist eine gelungene Mischung aus hart und melodisch, die hoffentlich auch beim nächsten Album beibehalten wird. Auch wenn es die Band vermutlich nicht gern hören werden: Einheit 13 sind eine Bereicherung für die Deutschrockszene, gerade weil sie musikalisch und textlich ihren eigenen Weg gehen. Ob es notwendig und sinnvoll war, sich ein eigenes Genre zu erfinden, darüber kann man sich ja immer noch streiten.

Katrin Albrecht
Über mich: Ich, 37 Jahre alt, bin wie die meisten hier mit der Musik von „Die Toten Hosen“ und „Die Ärzte“ groß geworden. Mein erstes Rock-Konzert (von Unantastbar) besuchte ich dann aber trotzdem erst vor zwei Jahren. Da mich bei diesem Konzert das Fieber gepackt hat, trifft man mich seitdem immer wieder auf Konzerten an – ich hab ja so viel nachzuholen! Das ist mein Ausgleich zu meinem Alltag mit Studium (auch spät angefangen) und Seniorenbetreuung. Mein Motto: Besser spät, als nie!

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