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Die Ballerina und die Spasten mit den Masken – Interview mit Johanna Diez

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Einen weiteren besonderen musikalischen Leckerbissen präsentierten uns Weimar mit der Veröffentlichung ihrer neuen Single „Als gäbs kein Morgen mehr“ aus dem kommenden Album AUF BIEGEN UND BRECHEN, welches am 1. April 2022 veröffentlicht wird.

Besonders gelobt wurde neben der Musik des neuen Tracks auch die Tanzeinlagen der Dame, die in dem Video zu sehen ist. Wo normalerweise oft Fans als Statisten in Musikvideos mitspielen, wurde diesmal eine professionelle Tänzerin gesucht. Johanna Diez folgte dem Aufruf von Weimar in den sozialen Medien und bewarb sich erfolgreich für den Dreh.

Wer sie ist, wie sie zum Tanzen gekommen ist und wie der Videodreh bei den Spasten mit den Masken war, erzählt Johanna uns in diesem Interview.

VRR: Wie bist du zum Tanzen gekommen? Machst du das beruflich oder ist es eher ein Hobby? 

©Björn Beau

Johanna: Ich habe im Alter von drei Jahren angefangen Ballett zu tanzen und dann auch eigentlich nie wieder aufgehört zu tanzen. Vor circa fünf Jahren habe ich dann noch mit einer Menge anderer Tanzstile begonnen und dann auch darauf hingearbeitet, das Ganze beruflich machen zu können. Ich arbeite jetzt seit etwas über einem Jahr hauptberuflich als freischaffende Tänzerin und bin sehr glücklich damit.

VRR: Bist du auf einen oder mehrere Tanzstile spezialisiert?

Johanna: Die Frage ist tatsächlich gar nicht so einfach zu beantworten, da ich in der Vergangenheit schon sehr viele unterschiedliche Tanzstile ausprobiert habe, um möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Mein Fokus liegt aber hauptsächlich auf den Stilen Ballett, Contemporary, Jazz-Dance und Hip Hop (vor allem im kommerziellen Bereich).

VRR: Wie unterstützt dich deine Familie/deine Freunde beim Tanzen? 

Johanna: Meine Familie hat mich natürlich in meiner Kindheit in der Form unterstützt, dass mir meine regelmäßigen Ballettstunden gezahlt wurden, ich zu jedem Training kutschiert wurde und alles, was sonst noch so dazu gehört. Heute bekomme ich vor allem seelische Unterstützung und zum Glück auch Unterstützung bei dem ganzen Papierkram, der automatisch so anfällt. Meine Freunde unterstützen mich in der Form, dass sie mir nicht böse sind, wenn ich ein weiteres Treffen wegen eines Tanztrainings absage, würde ich mal behaupten. (lacht)

VRR: Hast du schon einmal bei großen Produktionen auf der Bühne gestanden? 

Johanna: Das habe ich tatsächlich noch nicht, nein. Aber Teil einer größeren Produktion zu sein und damit auch auf Tour zu gehen, ist definitiv ein Ziel von mir und ich hoffe natürlich, dass dies auch bald der Fall sein wird.

VRR: Wie bist du zu dem Videodreh mit Weimar gekommen? 

Johanna: Dank einer Arbeitskollegin meiner Mutter, die meines Wissens nach sehr aktiv in der Deutschrock Szene ist. Mir wurde der Instagram Aufruf der Band weitergeleitet, woraufhin ich mich bei Weimar beworben habe.

VRR: Wie war für dich der Videodreh mit/bei Weimar?

Johanna: Der Drehtag war sehr lange, aber auch sehr angenehm und trotz der traurigen Schauspielszenen, waren die Drehpausen zwischendurch sehr lustig. Um 8 Uhr haben wir mit den ersten Schauspielszenen begonnen und gegen Spätnachmittag waren dann die Tanzszenen im Regen an der Reihe. Letzteres war auf jeden Fall eine Herausforderung, da der Boden ziemlich rutschig war. Es hat mich zu Beginn mehrfach hingelegt, bevor ich einigermaßen elegant loslegen konnte. Gegen 20 Uhr war dann alles abgedreht und ich ziemlich müde. Alles in allem waren alle Beteiligten des Videodrehs sehr offen und herzlich und ich habe mich sehr wohl gefühlt.

VRR: Das Video enthält auch schauspielerische Parts. Hast du schon einmal geschauspielert bzw. gehört das zur Tanzausbildung dazu?

Johanna: Schauspielern gehört natürlich momentan eigentlich noch nicht zu den Fähigkeiten für die ich normalerweise gebucht werde. Allerdings beinhaltet tanzen für mich automatisch auch das Eintauchen in eine bestimmte Rolle, weswegen mir der schauspielerische Teil dann nicht außergewöhnlich schwer gefallen ist. Natürlich war dieser Part aber eine andere Herausforderung für mich als der tänzerische Part!

VRR: Hand aufs Herz, war die Band anwesend und hast du Tipps für uns und unsere Leser, wer hinter den Masken steckt?

Johanna: Die Band war leider sehr beschäftigt an dem Tag und daher nicht anwesend, deswegen habe ich auch leider keine Tipps für euch, wer hinter den Masken stecken könnte. Ich kann nur sagen, dass die virtuelle Kommunikation zu der Band sehr nett war, also die Bandmitglieder auf jeden Fall sympathisch sind.

VRR: Du hast mit der Deutschrock Szene bisher keine Berührungspunkte gehabt. Hat der Videodreh deine Neugier auf andere Bands geweckt?

Johanna: Zu der Deutschrock Szene habe ich tatsächlich bisher eher keinen Bezug, das ist richtig. Ich bin aber allgemein sehr offen für neue Musik und höre auch sehr unterschiedliche Musik. Weimar hat mich auf jeden Fall dazu bewegt, dies auch weiterhin zu tun!

VRR: Sicherlich gab es viel Feedback zum Video. Wie gehst du damit um?

Johanna: Wenn ich mit Künstlern zusammenarbeite, fiebere ich immer automatisch sehr mit, wenn das jeweilige Projekt veröffentlicht wird und freue mich deswegen natürlich gleich doppelt über positives Feedback. Sowohl für die Band, als auch natürlich zu meiner Person. Demnach muss ich mich auch immer sehr zurückhalten, wenn einmal nicht so nette Kommentare kommen, was aber auch eigentlich vollkommen in Ordnung ist. Denn jeder sollte seine eigene Meinung vertreten können, solange diese konstruktiv und sinnvoll ist! Allgemein habe ich sehr viele liebe Kommentare zu dem Video bekommen, was mich natürlich sehr gefreut hat.

VRR: Wo siehst du dich in 10 Jahren? Was möchtest du mit dem Tanzen noch erreichen?

Johanna: Tanzen ist vorrangig meine Leidenschaft und macht mich sehr glücklich, deswegen gehe ich erst einmal davon aus, dass das in zehn Jahren auch immer noch der Fall sein wird. Abgesehen davon möchte ich mit dem Tanzen gerne so viel Zeit wie möglich verbringen und habe es deswegen zu meinem Beruf gemacht. Ich hoffe, dass ich in zehn Jahren den Erfolg bzw. die Ziele, die ich mit dem Ganzen habe, erreichen werde und es meinem Körper dazu noch einigermaßen gut geht. (lacht) In zehn Jahren kann viel passieren, meine Ziele sind auf jeden Fall groß! Abgesehen davon studiere ich momentan auch noch Psychologie und gehe davon aus, dass ich auch in diesem Bereich in zehn Jahren tätig sein werde.

VRR: Kannst du die vorstellen, öfter in Musikvideos mitzuspielen?

Johanna: Definitiv! Ich hoffe sogar, dass das in Zukunft noch häufiger der Fall sein wird. Musikproduktionen machen auch einen großen Teil der Job-Möglichkeiten für TänzerInnen aus.

VRR: Wir bedanken uns für deine Zeit und die Antworten auf die Fragen. Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass wir dich noch öfter in Videos oder auch einmal auf einer Bühne, oder auch bei einem kalten Getränk vor der Bühne sehen werden. Die letzten Worte gehören dir.

Johanna: Vielen Dank für deine Fragen. Ich war überrascht, wie herzlich und offen das Weimar Kollektiv ist und bin deswegen immer noch ganz begeistert. Also bleibt so wie ihr seid und bleibt vor allem Weimar Fans!

Jetzt nochmal reinschauen:

Julia Rathgeber
Julia, für immer 30,5 Jahre alt, aus Kassel. 2018 aus Liebe zur Musik und der Lust zum Schreiben zu VRR gekommen, um ihre überschüssige Energie und Kreativität und schlagfertige Ausdrucksweise auf Papier zu bringen. Nachdem sie einmal versehentlich zur Kamera griff, legt sie diese kaum noch aus der Hand. Sie und ihre Nikon trotzen Wind & Wetter, um das perfekte Bild einzufangen.

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